+++ WIR BITTEN UM VERSTÄNDNIS, DASS DIESE VERANSTALTUNG NICHT STATTFINDEN KANN. EIN EVENTUELLER AUSWEICHTERMIN WIRD RECHTZEITIG BEKANNT GEGEBEN +++

SEMINARINHALT

Hannah Arendt (1906 – 1970) ist vor allem durch ihre Analysen der totalitären Herrschaft und den damit zusammenhängenden Disputen über die Totalitarismustheorie bekannt geworden.
Viele weniger bekannt ist ihr dreiteiliges Werk „Vom Leben des Geistes“; weswegen wir uns während des Seminars auf dieses Opus konzentrieren werden.

In der Einleitung zu „Das Denken“, dem ersten Band der Werkfolge „Vom Leben des Geistes“, erklärt Arendt, dass ihre Beschäftigung mit den Geistestätigkeiten des Denkens, des Wollen und des Urteilens auf zwei Anregungen zurückgehe. Den unmittelbar auslösenden Anstoß gab ihre Beobachtung des Eichmann-Prozesses in Jerusalem. Die zweite, aber nicht minder wichtige Veranlassung, entsprach dem Wunsch, die Vita contemplativa (das betrachtende Leben) als Gegenstück zur Vita activa (des tätigen Lebens) zu untersuchen.

Als sie den Ausdruck von der „Banalität des Bösen“ prägte und zur moralischen Charakterisierung der Taten Eichmanns auf die Erklärung eines monströsen oder dämonischen Täters verzichtete, war sich Arendt bewusst, dass sie damit gegen die Tradition des westlichen Denkens verstieß. Sie behauptete jedoch, die auffallende Eigenschaft Eichmanns sei nicht Dummheit, Bösartigkeit oder Lasterhaftigkeit, sondern etwas, was sie als „Gedankenlosigkeit“ beschrieb. Dies führte sie zu einer weiteren Fragestellung: „Hängt vielleicht das Problem von Gut und Böse, unsere Fähigkeit Recht von Unrecht zu unterscheiden, mit unserem Denkvermögen zusammen?“ Somit hat Arendt am Anfang von „Vom Leben des Geistes“ die Kardinalfrage formuliert: Wie entsteht unabhängiges Denken, das eigenständiges Urteilen ermöglicht?


WANN & WO

  • 3.12.21:  19.00-21.00 Uhr
  • 4.12.2021: 9.30-17.00 Uhr
  • Gäste- und Tagungshaus Komenský, Comeniusstraße 6-8, Herrnhut

SEMINARPROGRAMM

Das Seminarprogramm entnehmen Sie bitte folgendem Link.


REFERENTEN

  • Blanka Mouralova (Politologin, Mitarbeiterin am Prager Institut für Totalitarismusforschung; Prag)
  • Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Bismark OT Klinke)

ANMELDUNG

Zur Anmeldung wird gebeten sich bis 26.11.21 an Wolfram Tschiche zu wenden unter w.tschiche@r-online.de oder 039325/ 22359.

Betreffs Übernachtungs – und Verpflegungsfragen wenden Sie sich bitte/ wendet Euch bitte an die Komensky Gäste – und Tagungsstätte/ Herrn Przyluski:


Bild: Hannah Arendt auf dem 1. Kulturkritikerkongress, 1958, FM-2019/1.5.9.16, Barbara Niggl Radloff