Ausstellungen und Projekte

SEMINAR: „Hannah Arendts Kritik der totalitären Herrschaft und ihr Versuch der Wiedergewinnung des Politischen“

Datum: 12.05.17 – 13.05.2017

Zeit: 10.00 Uhr

Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Commeniusstraße 8 – 10, 02747 Hernhut

 

Hannah Arendts (1906 – 1975) Denken und Werk sperren sich gegen vorschnelle Zuordnungen. Als Jüdin, Flüchtling und Philosophin stand sie zwischen den Kulturen und politischen Fronten. Ihr Leben war geprägt von der Erfahrung der Verfolgung, des Holocaust und des Exils in den USA. Zeitlebens wehrte sie sich gegen die Versuchung geschlossener Systeme und hat dennoch einen weitgehend eigenständigen philosophischen Entwurf hinterlassen.

Ihr Interesse galt einer Neubestimmung des Politischen mit dem Ziel, jene politischen und kulturellen Bedingungen zu ermitteln, welche die Freiheit der Minderheiten und der Andersdenkenden sichern. Arendts Betonung von Pluralität, Kommunikation und gegenseitiger Verantwortlichkeit erwächst aus dieser leidenschaftlichen Suche nach den Möglichkeiten humanen politischen Handelns. Das Politische ist die geschichtliche Durchbruchstelle, in der freies Handeln als Ereignis sichtbar wird.

In diesem Kontext hat die Philosophin eine Analyse des Nationalsozialismus und des Stalinismus vollzogen und beide Systeme mit dem Begriff „totale Herrschaft“ charakterisiert. Beide Varianten des Totalitarismus stehen für Freiheitsvernichtung, und damit wird in der Perspektive Arendts die Autonomie des Politischen liquidiert.

Ihre analytischen Bemühungen hatten großen Einfluss auf die Ausgestaltung der sog. Totalitarismustheorie vor allem seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Streit um die Gültigkeit dieser Theorie – samt ihrer politischen Implikationen – ist bis zum heutigen Tage nicht abgeebbt.

Somit soll u.a. während des Seminars einerseits Arendts Kritik der totalitären Herrschaft und andererseits die Bedeutungsfelder vom tätigen Leben und damit auch ihr Konzept von der Autonomie der Politik behandelt und diskutiert werden.

Es sind unterschiedliche Methoden und Medien vorgesehen (u.a. Textarbeit, Dokumentarfilm, Powerpoint).

 

Referent/in:

  • Blanka Mouralova (Politologin, Mitarbeiterin am Institut für Totalitarismusforschung Prag, Publizistin; Prag);
  • Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Badingen OT Klinke)

 

Seminarleitung:

Wolfram Tschiche

 

Veranstaltungsträger und Kooperationspartner:

Eine Veranstaltung der Umweltbibliothek Großhennersdorf in Kooperation mit der Akademie Herrnhut

AUSSTELLUNG, VERNISSAGE, TAGUNG, PUBLIKATIONEN: Denken im Zwiespalt – Zum 200. Geburtstag des Philosophen Hermann Lotze

Datum: 19.05.17 – 24.09.17

Ort: Stadtmuseum Bautzen, Kornmarkt 1, 02625 Bautzen

Aus Anlass des 200. Geburtstages des in Bautzen geborenen Philosophen Hermann Lotze zeigt das Museum Bautzen vom 19. Mai bis zum 24. September 2017 eine Sonderausstellung mit dem Titel „Denken im Zwiespalt – zum 200. Geburtstag des Philosophen Rudolph Hermann Lotze“.

Heute in Deutschland fast vergessen, galt Lotze noch bis in die 1920er Jahre als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen des 19. Jahrhunderts. Mit seiner Arbeit traf er eines der tiefsten Bedürfnisse seiner Zeit, nämlich eine Synthese herzustellen zwischen dem Idealismus, wie er durch Kant und seine Nachfolger in Deutschland wirkte, und den mechanistischen Ansichten der sich rasant entwickelnden Naturwissenschaften.

Als Mediziner selbst in den Naturwissenschaften ausgebildet, andererseits auch der Kunst und Religion von Jugend an zugetan, versuchte er, „die Ansichten des Materialismus zu reproduzieren, ohne seine Prinzipien zu teilen.“ (MP §149) In seinem Hauptwerk „Mikrokosmus“ erhoffte Lotze den Nachweis dafür zu erbringen, „wie ausnahmslos universell die Ausdehnung und wie völlig untergeordnet die Bedeutung der Sendung ist, welche der Mechanismus in dem Baue der Welt zu erfüllen hat.“ (MK I, Vorwort)

Wie der Titel „Mikrokosmus“ schon zeigt, galt Hermann Lotzes Hauptinteresse dabei immer der Frage nach dem Menschen. Als erster führte er den Begriff des Wertes in den Bereich der Philosophie ein. Er wurde zum wichtigen Anreger für Denker des beginnenden 20. Jahrhunderts, für die Phänomenologie, den Neukantianismus und den Pragmatismus. In Amerika gilt er noch heute als einer der wichtigsten deutschen Philosophen.

Die Ausstellung: Bücher, Briefe, Dokumente, Fotos etc. zu Lotzes Biografie nehmen nur den kleineren Teil der etwa 250 m² Ausstellungsfläche ein. Der weitaus größere Teil beschäftigt sich anhand von anschaulichen und zum Teil interaktiven Modellen sowie einigen nachvollziehbaren Experimenten mit dem philosophischen Inhalt seines breitgefächerten Werkes: Metaphysik, Naturphilosophie und -geschichte, Physiologie, Psychologie, Ethik, Geschichte, Religionsphilosophie, Logik und Ästhetik.

Die wissenschaftliche Tagung findet am 20. und 21. Mai im Museum Bautzen statt. Sie wird nicht nur die Themen der Ausstellung, der zeitgleich im Museum Bautzen z sehen ist, wissenschaftlich vertiefen, sondern auch weitere Aspekte seines Denkens in den Mittelpunkt rücken. Die Wirkungsgeschichte Lotzes in Europa und den USA wird von hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland beleuchtet und der Frage nach seiner Bedeutung für die Gegenwart nachgegangen. Es wird um eine vorherige Anmeldung per Telefon oder Mail gebeten.

Publikationen: In einer dreiteiligen Reihe erscheinen ein reich bebilderter Ausstellungskatalog (1), ein Transkriptionsband mit Mitschriften von Lotze-Vorlesungen zur Religionsphilosophie und Psychologie sowie einigen Briefen (2) und im Anschluss an die Tagung ein Tagungsband mit den gesammelten Vorträgen (3).

 

Infos zur Tagung: Tagungsflyer

Mehr: http://www.bautzen.de/museum-bautzen.asp?iid=1341&mid=341&uid=0

 

 

Passion

Kulturhistorisches Museum Franziskanerkloster Zittau

Fotografien von Christopher Thomas
Fastentücher von Ursula Sax

Der Münchner Fotograf Christopher Thomas schuf während der Proben zu den Oberammergauer Passionsspielen einen Zyklus von Farbfotografien. Dabei konzentrierte er sich auf einzelne Darsteller. Die zeitlosen, an klassische Malerei angelehnten Bilder spiegeln die ungeheure Energie und Emotion der Aufführung. Ganz bewusst erinnern sie an die großen Passionszyklen der abendländischen Kunst. In Zittau treten die Fotografien in den Kontext der beiden historischen Fastentücher von 1472 und 1573 sowie zeitgenössischen Fastentüchern der Bildhauerin Ursula Sax.

 

1.3.2014 – 27.4.2014

www.museum-zittau.de;

Gesichter der Reformation- Wanderausstellung zur Reformation im Dreiländereck

Ausstellung im Schloss Krobnitz ab dem 29.03.2014

Im Rahmen der bis 2017 laufenden Lutherdekade finden mehrere Veranstaltungen und Projekte in der Oberlausitz statt. Eins davon ist diese Wanderausstellung, die Personen des 16.- 20. Jahrhunderts porträtiert, die für unterschiedliche Inhalte und Auswirkungen des Reformationsgeschehens stehen. Dabei stellen die Oberlausitz, Nordböhmen und der westliche Teil Niederschlesiens den geografischen Bezugsrahmen dar. Dabei werden sowohl die Konflikte innerhalb der Konfessionen, aber auch das tolerante Nebeneinander der verschiedenen Glaubensrichtungen gezeigt. Die Ausstellung wurde als zentrales Projekt durch den Kulturraum Oberlausitz- Niederschlesien initiiert.

“Dornröschen“

Ausstellung im Dorfmuseum Markersdorf vom 01.12.2013 bis zum 06.04.2014

1970 verfilmte die DEFA das beliebte Märchen „Dornröschen“ auf Schloss Hartenfels in Torgau und schuf einen wunderbaren Märchenklassiker mit prachtvollen Kostümen und flotter Musik. Die Ausstellung wurde vom Stadtmuseum Torgau entwickelt. Zu sehen sind unter anderem Originalkostüme aus dem Film. Auch für die kleinen Besucher gibt es jede Menge zu entdecken. Unterstützt wird die Ausstellung durch einen 15-minütigen Zusammenschnitt des Märchenfilms und ein Märchenpuzzle.

„Eine Hausfrau ohne Schürze ist wie eine Suppe ohne Würze“

Ausstellung im Ackerbürgermuseum Reichenbach vom 12.10.2013 bis zum 23.02.2014

Geschätzte 70 Exemplare sind zu bestaunen. Zusammengetragen hat die Schürzensammlung Marianne Scholz- Paul aus Königshain.

Zinzendorf, Herrnhut und die Mission

Diese Gemeinschaftsausstellung mit dem Unitätsarchiv Herrnhut erfolgt anlässlich der Eröffnung des Neubautraktes am Völkerkundemuseum Herrnhut und ist vom vom  27. März – 17. Juni 2012 zu sehen.

 

Das Unitätsarchiv verfügt über eine Vielzahl von Kunstwerken (Gemälde, Graphiken) zum Thema, die letztmalig im Jahr 2000 zum 300. Geburtstag Zinzendorfs in Herrnhut präsentiert wurden. Darüber hinaus sind allerdings auch bisher nie gezeigte Objekte zu sehen. Diese Ausstellung verweist erneut auf die Bedeutung Zinzendorfs für den Ort Herrnhut sowie für die Mission der Evangelischen Brüder-Unität. Gleichzeitig soll damit auf die Basis für die Entstehung der völkerkundlichen Sammlungen innerhalb der Brüder-Unität, aus denen 1878 das Völkerkundemuseum Herrnhut hervorging, eingegangen werden.

Inhaltliche Themen dieser Ausstellung:

– Zinzendorf – eine kurze Biografie

– Herrnhut – vom Exulantenort zur Missionsgemeinde

– Von der Herrnhaag-Kantate zum Erstlingsbild

– Herrnhuter als frühe Ethnographen

– Mission und was daraus wurde

Ein Fokus der Ausstellung richtet sich auf frühe universalhistorische Arbeiten von Angehörigen der Brüder-Unität. Dazu kommen Ethnographica, die vielfach zu den frühen musealen Objekten aus den jeweiligen Regionen gehören.

 

Lutherdekade

Lutherdekade

Die im Jahr 2008 von der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgerufene Lutherdekade zählt momentan zu den anspruchsvollsten Initiativen mit internationaler Ausstrahlung. Im Hinblick auf den 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 wird deren Wirkungsgeschichte in den Fokus vielfältiger Betrachtungen, zahlreicher Veranstaltungen und wissenschaftlicher Diskussion gerückt.

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Stipendiatenverbund

Der geplante Stipendiatenverbund möchte über einen längeren Zeitraum vor allem junge Geisteswissenschaftler für unsere Region interessieren. Gleichermaßen soll die Oberlausitz  als traditonsreicher wie zukunftsträchtiger Wissenschaftsstandort überregional verstärkt wahrgenommen und bekannt gemacht werden

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Regionalforschung

Integriert in der GWI soll das Regionalforschungsinstitut regionale Initiativen, Impulse und Erkenntnisse in den Dienst der weiteren Entwicklung unserer Region stellen. Dafür werden in der Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung relevante regionale und überregionale wissenschaftliche Entwicklungen und Ergebnisse vorgestellt, debattiert und zusammengeführt.

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400 Jahre „Aurora“

Jakob Böhme und sein geistiges Umfeld sowie seine bisherige Rezeption in der Oberlausitz

eine Tagung im Tagungs- und Erholungsheim Herrnhut

15. und 16. November 2012

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Heinrich Melchior Mühlenberg:
Ideen, Konzepte, Spuren …

Zu den großen Namen unserer Region ist zweifelslos Heinrich Melchior Mühlenberg (1711–1787) zu zählen, der als Gründervater des amerikanischen Luthertums gilt. Vor allem anlässlich seines 300. Geburtstags im Jahr 2011 wurde er aufgrund seines Wirkens für religiöse Freiheit und individuelle Unabhängigkeit immer mehr als wichtige Figur seiner Zeit gewürdigt.

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