Aktuelles

VORTRAG „Chronisten des stalinischen Gulags: Warlam Scharlamow und Alexander Solschenizyn“

Datum: 30.08.2017
Zeit: 19:00
Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei

Der Vortrag „Chronisten des stalinistischen Gulags: Warlam Scharlamow und Alexander Solschenizyn“ legt einen besonderen Schwerpunkt auf die wirkmächtigsten Chronisten des Gulags, die ihre Zeugenschaft in umfänglicher Literatur hinterlassen haben und so das sowjetische Lagersystem als Inbegriff sowjetischer Herrschaft vermitteln. Bei Alexander Solschenizyn geht es im Wesentlichen um seinen „Archipel Gulag“, bei Warlam Scharlamow werden die Kalyma-Geschichten behandelt.

Der Vortrag ist eingebettet in eine deutschlandweite 10-teilige Projektreihe, die wichtige Aspekte der ca.70-jährigen totalitären Herrschaft von 1917 bis zum Ende der Sowjetunion sowohl in der Sowjetunion als auch in den Ostblockstaaten, denen nach dem Zweiten Weltkrieg die sowjetische Variante des Sozialismus oktroyiert wurde, beleuchtet .

Referent: Yuriy Prokhasko (Germanist, Literaturwissenschaftler am Institut für Literaturforschung der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, Lviv)
Moderation: Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist, seit 1968 als DDR-Oppositioneller engagiert; Badingen OT Klinke)
Hauptkooperationspartner: Bundeszentrale für politische Bildung, Wolfram Tschiche
Lokaler Kooperationspartner: Umweltbibliothek Großhennersdorf, Akademie Herrnhut
Förderer: Bundeszentrale für politische Bildung

SEMINAR: „Hannah Arendts Kritik der totalitären Herrschaft und ihr Versuch der Wiedergewinnung des Politischen“

Datum: 12.05.17 – 13.05.2017

Zeit: 10.00 Uhr

Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Commeniusstraße 8 – 10, 02747 Hernhut

 

Hannah Arendts (1906 – 1975) Denken und Werk sperren sich gegen vorschnelle Zuordnungen. Als Jüdin, Flüchtling und Philosophin stand sie zwischen den Kulturen und politischen Fronten. Ihr Leben war geprägt von der Erfahrung der Verfolgung, des Holocaust und des Exils in den USA. Zeitlebens wehrte sie sich gegen die Versuchung geschlossener Systeme und hat dennoch einen weitgehend eigenständigen philosophischen Entwurf hinterlassen.

Ihr Interesse galt einer Neubestimmung des Politischen mit dem Ziel, jene politischen und kulturellen Bedingungen zu ermitteln, welche die Freiheit der Minderheiten und der Andersdenkenden sichern. Arendts Betonung von Pluralität, Kommunikation und gegenseitiger Verantwortlichkeit erwächst aus dieser leidenschaftlichen Suche nach den Möglichkeiten humanen politischen Handelns. Das Politische ist die geschichtliche Durchbruchstelle, in der freies Handeln als Ereignis sichtbar wird.

In diesem Kontext hat die Philosophin eine Analyse des Nationalsozialismus und des Stalinismus vollzogen und beide Systeme mit dem Begriff „totale Herrschaft“ charakterisiert. Beide Varianten des Totalitarismus stehen für Freiheitsvernichtung, und damit wird in der Perspektive Arendts die Autonomie des Politischen liquidiert.

Ihre analytischen Bemühungen hatten großen Einfluss auf die Ausgestaltung der sog. Totalitarismustheorie vor allem seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Streit um die Gültigkeit dieser Theorie – samt ihrer politischen Implikationen – ist bis zum heutigen Tage nicht abgeebbt.

Somit soll u.a. während des Seminars einerseits Arendts Kritik der totalitären Herrschaft und andererseits die Bedeutungsfelder vom tätigen Leben und damit auch ihr Konzept von der Autonomie der Politik behandelt und diskutiert werden.

Es sind unterschiedliche Methoden und Medien vorgesehen (u.a. Textarbeit, Dokumentarfilm, Powerpoint).

 

Referent/in:

  • Blanka Mouralova (Politologin, Mitarbeiterin am Institut für Totalitarismusforschung Prag, Publizistin; Prag);
  • Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Badingen OT Klinke)

 

Seminarleitung:

Wolfram Tschiche

 

Veranstaltungsträger und Kooperationspartner:

Eine Veranstaltung der Umweltbibliothek Großhennersdorf in Kooperation mit der Akademie Herrnhut

AUSSTELLUNG, VERNISSAGE, TAGUNG, PUBLIKATIONEN: Denken im Zwiespalt – Zum 200. Geburtstag des Philosophen Hermann Lotze

Datum: 19.05.17 – 24.09.17

Ort: Stadtmuseum Bautzen, Kornmarkt 1, 02625 Bautzen

Aus Anlass des 200. Geburtstages des in Bautzen geborenen Philosophen Hermann Lotze zeigt das Museum Bautzen vom 19. Mai bis zum 24. September 2017 eine Sonderausstellung mit dem Titel „Denken im Zwiespalt – zum 200. Geburtstag des Philosophen Rudolph Hermann Lotze“.

Heute in Deutschland fast vergessen, galt Lotze noch bis in die 1920er Jahre als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen des 19. Jahrhunderts. Mit seiner Arbeit traf er eines der tiefsten Bedürfnisse seiner Zeit, nämlich eine Synthese herzustellen zwischen dem Idealismus, wie er durch Kant und seine Nachfolger in Deutschland wirkte, und den mechanistischen Ansichten der sich rasant entwickelnden Naturwissenschaften.

Als Mediziner selbst in den Naturwissenschaften ausgebildet, andererseits auch der Kunst und Religion von Jugend an zugetan, versuchte er, „die Ansichten des Materialismus zu reproduzieren, ohne seine Prinzipien zu teilen.“ (MP §149) In seinem Hauptwerk „Mikrokosmus“ erhoffte Lotze den Nachweis dafür zu erbringen, „wie ausnahmslos universell die Ausdehnung und wie völlig untergeordnet die Bedeutung der Sendung ist, welche der Mechanismus in dem Baue der Welt zu erfüllen hat.“ (MK I, Vorwort)

Wie der Titel „Mikrokosmus“ schon zeigt, galt Hermann Lotzes Hauptinteresse dabei immer der Frage nach dem Menschen. Als erster führte er den Begriff des Wertes in den Bereich der Philosophie ein. Er wurde zum wichtigen Anreger für Denker des beginnenden 20. Jahrhunderts, für die Phänomenologie, den Neukantianismus und den Pragmatismus. In Amerika gilt er noch heute als einer der wichtigsten deutschen Philosophen.

Die Ausstellung: Bücher, Briefe, Dokumente, Fotos etc. zu Lotzes Biografie nehmen nur den kleineren Teil der etwa 250 m² Ausstellungsfläche ein. Der weitaus größere Teil beschäftigt sich anhand von anschaulichen und zum Teil interaktiven Modellen sowie einigen nachvollziehbaren Experimenten mit dem philosophischen Inhalt seines breitgefächerten Werkes: Metaphysik, Naturphilosophie und -geschichte, Physiologie, Psychologie, Ethik, Geschichte, Religionsphilosophie, Logik und Ästhetik.

Die wissenschaftliche Tagung findet am 20. und 21. Mai im Museum Bautzen statt. Sie wird nicht nur die Themen der Ausstellung, der zeitgleich im Museum Bautzen z sehen ist, wissenschaftlich vertiefen, sondern auch weitere Aspekte seines Denkens in den Mittelpunkt rücken. Die Wirkungsgeschichte Lotzes in Europa und den USA wird von hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland beleuchtet und der Frage nach seiner Bedeutung für die Gegenwart nachgegangen. Es wird um eine vorherige Anmeldung per Telefon oder Mail gebeten.

Publikationen: In einer dreiteiligen Reihe erscheinen ein reich bebilderter Ausstellungskatalog (1), ein Transkriptionsband mit Mitschriften von Lotze-Vorlesungen zur Religionsphilosophie und Psychologie sowie einigen Briefen (2) und im Anschluss an die Tagung ein Tagungsband mit den gesammelten Vorträgen (3).

 

Infos zur Tagung: Tagungsflyer

Mehr: http://www.bautzen.de/museum-bautzen.asp?iid=1341&mid=341&uid=0

 

 

Seminar: Wie man das Überleben überlebt – Der Holocaust in der Perspektive des ungarischen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertesz

Zum Inhalt:

Imre Kertesz, der im März 2016  gestorben ist, wurde 1929 in Budapest geboren und 1944 als jüdischer Jugendlicher nach Auschwitz deportiert, schließlich 1945 in Buchenwald befreit. Seit 1953 lebte er in Budapest als freier Schriftsteller. Jahrelang wurde Kertesz in seiner Heimat todgeschwiegen, nicht nur weil dem kommunistischen Regime kritisch gegenüberstand, sondern auch weil sein literarisches Schaffen der offiziellen Ästhetik
widersprach.

Somit wurde sein Auschwitz- Buch „Roman eines Schicksalslosen“ durch die ungarische Zensurbehörde zweieinhalb Jahre am Erscheinen gehindert. Dazu bemerkt  der Autor: „Ein Buch, das die Befreiung aus dem Lager nicht als Befreiung beschrieb, konnten sie nicht ertragen.“
Gegen seine pessimistische Erwartung, dass nie ein Schriftsteller ungarischer Sprache mit dem höchsten Literaturpreis der Welt ausgezeichnet werden könnte, erhielt Kertesz im Jahr 2002 „für sein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Geschichte behauptet“, den Nobelpreis für Literatur.

Dieses Seminar verfolgt nicht nur die Absicht, das literarische Werk Imre Kertesz’ vorzustellen, sondern unter Zuhilfenahme seines Werkers die Gründe für das Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts mit dem Namen „Auschwitz“ zu analysieren und zu diskutieren.
Dabei werden wir u.a. bestimmten Schlüsselbegriffen von Kertesz nachgehen, wie z. B. „Auschwitz“, „Holocaust“, „Antisemitismus“, „Totalität/ Totalitarismus“, „Schicksal/ Schicksallosigkeit“, „Zeugnis geben“, „atonales Schreiben“.

Schwerpunkte des Seminars:

  • Leben und Werk Imre Kertesz‘
  • Zum Begriff „Holocaust“
  • Kertesz‘ „Auschwitz- Mythos“
  • die Besonderheit von Kertesz‘ Antisemitismus-
    Interpretation
  • Totalitarismus und Schicksal im Sinne Kertesz
  • Imre Kertesz über das Schreiben

Es kommen unterschiedliche Methoden und Medien zum Einsatz.

Termin: 28.01.2017; 09:30-17:00 Uhr

Ort: 

KOMENSKÝ, Gäste- und Tagungshaus,
Comeniusstraße 8+10,
02747 Herrnhut

Veranstalter:

Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V. und Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.

Referenten:

Dr. Radka Denemarkova (Schriftstellerin, Übersetzerin, Germanistin; Prag);

Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph; in der DDR- Opposition engagiert; Badingen OT Klinke)

Bitte melden Sie sich/ meldet Euch spätestens bis zum 15.01.17 im Komensky Gäste- und Tagungshaus an. (Tel.: 035873 338-40, E-Mail: info@komensky.de)

Weitere Details entnehmen Sie bitte der Einladung.

Wir freuen uns Sie als Teilnehmer begrüßen zu dürfen!

Tagung: „Wirkung der Reformation“

Termin: 11.-12.11.2016

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8, 02747 Herrnhut

Veranstalter: Umweltbibliothek Großhennersdorf e. V. in Kooperation mit der Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e. V.

Inhalt:

Die Referate der Tagung zeigen die Wirkung der Reformation in ihrer geschichtlichen, politischen, theologischen, ethischen, pädagogischen und wirtschaftlichen Dimension auf. So wird u. a. der bedeutendste Pädagoge des 17. Jahrhunderts in unserer Kultur, Jan Amos Comenius, der Begründers der Didaktik, in seiner prägenden Wirkung auf die Entwicklung zu unserem heutigen Verständnis von Schulwesen vorgestellt.

Programm:

Freitag, 11. 11. 2016

14 :00 Uhr     Ankunft

14.30 Uhr     Begrüßung und Einführung durch den Vorsitzenden der  Akademie: Professor Dr. Albert Löhr

15: 00 Uhr    Karlstadt und Müntzer – Luthers „schwärmerische“ Gegner“: Dr. Volkmar Joestel (Wittenberg)

16: 00 Uhr    Reformation im Spannungsfeld zwischen Revolution und Utopie: Wolfram Tschiche (Klinke)

17: 30 Uhr     Frömmigkeit im Übergang vom Spätmittelalter zur Reformation: Professor Dr. Armin Kohnle (Leipzig)

19: 00 Uhr       Abendessen

20: 00 Uhr    Martin Luther und die Juden: Professor Dr. Dorothea Wendebourg (Berlin)

21: 30 Uhr       Gemütliches Beisammensein

 

Sonnabend 12. 11. 2016

9: 00 Uhr     Luthers Nachbarn, Luthers Gegner: altgläubige Kontroverstheologen: Professor Dr. Bernward Schmidt (Aachen)

10: 30 Uhr     Kaffee

11: 00 Uhr    Johann Amos Comenius zwischen der kleinen und der großen Unität – Schritte zur Vollendung der Reformation: Pfarrer Karl-Eugen Langerfeld (Niesky)

12: 30 Uhr     Mittagessen

13: 30 Uhr    Reformation und ihre Impulse für die Ökonomie: Professor Dr. Hans Frambach (Wuppertal)

15: 00 Uhr    Die Reformation und ihr Verhältnis zur Ostkirche: PD Dr. Reinhard Flogaus (Berlin)

16: 30 Uhr     Kaffee

17: 00 Uhr    Die Reformationsjubiläen in der Oberlausitz: Pfarrer Alexander Wieckowski (Großhennersdorf)

18: 15 Uhr     Abendessen

19: 30 Uhr    Die Reformation und ihre Wirkungen in der Gegenwart: Professor Dr. Dr. Johannes Schilling (Kiel)

21 Uhr           Ende der Tagung

 

Anmeldungen richten Sie bitte an das Gäste- und Tagungshaus Komensky in Herrnhut.

Wir freuen uns Sie zur Tagung begrüßen zu können!

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Veranstaltungen der Akademie Herrnhut 2012-2015

Nähere Informationen dazu hier