Aktuelles

SEMINAR: „Zygmunt Bauman – Totalitarismus und Moderne”

Die Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V. und die Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V. laden ein:

„Zygmunt Bauman – Totalitarismus und Moderne” – Seminar mit Wolfram Tschiche (Klinke)

Datum:
Fr 01.11.2019 | ab 19:00 Uhr
Sa 02.11.2019 | ab 09:30 Uhr

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ort: Gäste- und Tagungshaus KOMENSKÝ, Comeniusstraße 8–10, 02747 Herrnhut

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VORTRAG: „Die innenpolitische Auseinandersetzung um die Stellung und Zukunft Polens in der EU”

Die Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V. und die Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V. laden ein:

„Die innenpolitische Auseinandersetzung um die Stellung und Zukunft Polens in der EU” – Vortrag von Pawel Krzak, Mitarbeiter am Verlag „Austeria“, Übersetzer, Publizist (Krakau)

Datum: Mi 25.09.19 | 19 Uhr

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ort: Gäste- und Tagungshaus KOMENSKÝ, Comeniusstraße 8–10, 02747 Herrnhut

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Zum Tod von Ágnes Heller

Ágnes Heller – Quelle: DIE ZEIT, 12.06.2019

Heute, am 20. Juli 2019, erhielten wir die Nachricht, dass Ágnes Heller in ihrem Urlaub am Balaton unerwartet gestorben ist.

Ihr Tod geht uns sehr nahe.

Wir haben den frischen Trost, sie noch vor wenigen Monaten sehr lebendig vital und aktiv bei unserem Europ-Ungarn-Symposium in Herrnhut erlebt zu haben, beschenkt mit der von ihr ausgedrückten Hoffnung, es möge nicht ihr letzter Besuch bei uns und in der Oberlausitz gewesen sein. Seit heute wissen wir, dass es doch der letzte war.

Ágnes Heller, deren lebendigem Wirken wir aus Anlass ihres 90. Geburtstages noch vor wenigen Wochen unsere letzte Akademiemitteilung widmeten, hat einen tiefen Eindruck hinterlassen als eine Frau, die hochgradig aufgeschlossen und reflektiert, mit analytischer Schärfe, Witz und großer Warmherzigkeit – man kann wohl sagen: weise – ihre Erfahrungen vor dem Hintergrund eines immensen Wissens teilte.

Auch im Tod – sie kehrte vom Schwimmen hinaus auf den Plattensee nicht zurück – ist sie die geblieben, die wir kennenlernen durften: beweglich, eigenwillig, unerschrocken, frei.

Vor uns liegt nun die gewichtige Aufgabe, den im Nachgang unserer Frühjahrstagung in Herrnhut entstehenden Tagungsband, der nun in der Reihe „Geistige Lieferung“ als Teil ihres Vermächtnisses erscheint, gemeinsam mit Rudolf Ungváry zügig in eine angemessene Form zu bringen und Ágnes Heller hier noch einmal zu Wort kommen zu lassen. Als Philosophin hat sie auch in Herrnhut Wesentliches geäußert – zu Ungarn, zu Europa, zur Welt.

Dass wir ihr diese Würdigung noch zuteilwerden lassen können, wurde ermöglicht, indem sie uns gewürdigt hat: durch ihre Zusage und durch vier Tage herzlicher Begegnung, die wir mit ihr erleben durften – vier Tage Herrnhut, eingeschoben zwischen Terminen in Brüssel und New York.

Der Nachhall dieser Begegnung ist groß, was wohl jedem so ergeht, der Ágnes Heller begegnete. Wir sind nicht berufen, ein Urteil über ihre Nachwirkung als Denkerin abzugeben, dies müssen und werden andere tun. Uns ist sie freundschaftliche Begleiterin geworden, mit ihren Gedanken, aber auch ihrer ganzen Lebensart: lebensfroh, streitbar und leuchtend, ohne Anzeichen von Ermüdung. Nun ist sie mitten in einem aktiven Leben „im Fluge“ abberufen worden.

Wir trauern – als Beschenkte.


Anmerkung: Eines ihrer letzten Interwiev gab sie erst kürzlich der ZEIT, aus Anlass des ebenfalls 90. Geburtstages von Jürgen Habermas, dem sie in freundlichem Widerspruch und Respekt verbunden war.
Link zum Artikel (nur für Digital-Abonnenten lesbar)

NEUERSCHEINUNG: "Geistlicher Gesang in der Reformationszeit."

NEUERSCHEINUNG: „Geistlicher Gesang in der Reformationszeit.“


Albert Löhr, Dietrich Meyer und Andreas Schönfelder (Hrsg.)
Geistlicher Gesang in der Reformationszeit. Lieder und Gesangbücher in der Oberlausitz, in Böhmen und Niederschlesien.

Schriftenreihe der Akademie Herrnhut 2019 | Band 5
Neisse Verlag Dresden | ISBN 978-3-86276-276-7
Kartoniert, 292 S. | Verkaufspreis: 24,00 €


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Symposium: „Religion als Integrationsressource?“

Eine Veranstaltung von TRAWOS – Institut f. Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung der Hochschule Zittau/Görlitz | in Koop. mit der Katholischen Erwachsenenbildung Hessen und der Akademie Herrnhut

Datum: 13.06.2019 – 14.06.2019

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8–10, 02747 Herrnhut

Teilnahme und Verpflegung
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos, für Verpflegung ist gesorgt.

Übernachtungsmöglichkeit
Im Gästehaus Komenský in Herrnhut sind ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden:
Einzelzimmer (Dusche/WC) mit Frühstück: 53 € Doppelzimmer (Dusche/WC) mit Frühstück: 80 €

Anmeldung
Um Anmeldung und Zimmerreservierung wird gebeten.
Kontakt: Sînziana Schönfelder
E-Mail: sinziana.schoenfelder@hszg.de
Tel.: +49 (0)3581 374-4671
Anmeldeschluss ist der 03.06.2019.

Projekt
Das Symposium ist Teil des Projektes »Religionssensible Integrationskultur
in Ostsachsen« (2018–2020) des TRAWOS-Instituts an der Hochschule Zittau/Görlitz unter der Leitung von Prof. Raj Kollmorgen.
https://www.hszg.de/trawos.html

Inhalt
Haben Sie sich schon einmal in ihrem privaten, aber vor allem in Ihrem beruflichen Umfeld über (andere) kulturell-religiöse Praktiken gewundert oder (in-)direkte Missverständnisse aufgrund von religiösen Unterschieden erlebt?
Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich gemeinsam über die Bedeutung von Religion im beruflichen, ehrenamtlichen und privaten Kontext sowie in Integrationsprozessen auszutauschen. Neben einem Workshop, Vorträgen und Impulsreferaten von Fachexperten gibt es auch genügend Gelegenheiten für informelle Gespräche und zur Vernetzung.
Der interkulturelle und interreligiöse Dialog ist sowohl eine hoch relevante Ressource in der als auch ein essentieller Modus der lokalen und sozialen Integration. Dafür setzt sich das Projekt »Religionssensible Integrationskultur in Ostsachen« im Landkreis Görlitz ein. Im Zentrum stehen die Anregung und Organisation (inter-)religiöser Kommunikations-, Bildungs- und Erfahrungsprozesse.
Wir richten uns u. a. an haupt- und ehrenamtlich Engagierte, die mit Geflüchteten und/oder Migrantinnen arbeiten sowie an Multiplikatorinnen, Vertreter*innen religiöser Gemeinschaften und interessiertes Fachpublikum.
Wir freuen uns auf Sie!



Gefördert vom Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogramms Integrative Maßnahmen sowie vom Landkreis Görlitz im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit der Hochschule Zittau/Görlitz.


Symposium: „Der Kreis um Jerzy Giedroyc und die polnische Exilzeitschrift KULTURA“

+++ Neuer Termin! Fr 18.10. / Sa 19.10.2019 +++ Anmeldung erbeten bis zum 28.09.2019

Die Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V. und die Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V. laden ein:

Die Bedeutung des Kultura-Kreises und der Pariser Zeitschrift „Kultura“ für Widerstand und Opposition in den Staaten Mittelosteuropas und der Sowjetunion nach 1945 – Symposium mit Wolfgang Templin

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Akademie Herrnhut – Europa-Ungarn-Symposium auf MDR Kultur

Wir haben vom 22. bis 24. März 2019 ein großartiges Symposium erleben dürfen, und zu unserem Europa-Ungarn-Fokus war einiges aus erster Hand zu hören – sowohl was die historischen als auch die politischen Wurzeln der gegenwärtigen ungarischen Regierungsform betrifft. Wir sind mit diesem Thema ungeplant in eine große Auseinandersetzung der Europäischen Union, insbesondere mit dem ungarischen Präsidenten Viktor Orbán geraten, und waren damit so aktuell wie kaum bisher.
Wer die Gelegenheit hatte, an diesen Beiträgen live teilzuhaben, wird hoffentlich bestätigen, dass wir unseren Beitrag auf hohem Niveau beigesteuert haben. Das liegt zuallererst an der Qualität der Referenten Ágnes Heller und Rudolf Ungváry, aber auch an den Moderatoren und Laudatoren György Dalos, Wolfram Tschiche und Hans-Henning Paetzke.

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JAHRESPROGRAMM DER AKADEMIE HERRNHUT 2019

22.–24.03.2019 | Tagungshaus „Komenský“ (Herrnhut)
EUROPA-UNGARN-SYMPOSIUM
Die ostmitteleuropäische Perspektive: Transformationsprozesse bis in die Gegenwart zwischen nationaler Selbstbehauptung und europäischer Partizipation”

Referenten: Prof. Dr. Ágnes Heller (Budapest), Rudolf Ungváry (Budapest), Hans-Henning Paetzke (Budapest)

Moderatoren: György Dalos (Berlin), Hans-Henning Paetzke (Budapest), Wolfram Tschiche (Klinke), Frank-Lothar Kroll (Chemnitz)

Moderator Podium: Stefan Nölke (MDR/Referatsleiter Geschichte)

Veranstalter: Akademie Herrnhut und TU Chemnitz

Koop.partner: Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung der TU Dresden, Imre-Kertész-Kolleg der Universität Jena, Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V., Mitteldeutscher Rundfunk/ Redaktion Geschichte

Gefördert von: Bundesstiftung Aufarbeitung, Landkreis Görlitz, Hannah-Arendt-Institut


25.09.2019 | Tagungshaus Komenský (Herrnhut)
VORTRAG
Die innenpolitische Auseinandersetzung um die Stellung und Zukunft Polens in der Europäischen Union”

Referent: Pawel Krzak (Krakau), Mitarb. am Verlag „Austeria“, Übersetzer, Publizist

Veranstalter: Umweltbibliothek Großhennersdorf
Kooperationspartner: Akademie Herrnhut
Gefördert von: Bundeszentrale für politische Bildung


18.–19.10.19 | Tagungshaus Komenský (Herrnhut)
SEMINAR „Der Kreis um Jerzy Giedroyc und die Exilzeitschrift KULTURA”
(Wiederholung der entfallenen Veranstaltung von Juni 2019)

Referent: Wolfgang Templin (Berlin)

Veranstalter: Umweltbibliothek Großhennersdorf
Koop.partner: Akademie Herrnhut
Gefördert von: Sächsischer Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur


01.–02.11.2019 | Tagungshaus „Komenský“ (Herrnhut)
SEMINAR „Zygmunt Bauman: Totalitarismus und Moderne”

Referent: Wolfram Tschiche (Klinke)

Veranstalter: Umweltbibliothek Großhennersdorf

Kooperationspartner: Sächsischer Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Umweltbibliothek Großhennersdorf e. V.


06.11.2019 | Tagungshaus „Komenský“ (Herrnhut)
VORTRAG
„Mentalitäten und Verhaltensweisen von Menschen in den postsowjetischen Gesellschaften – der ‚Homo sovieticus‘ als gesellschaftliches Phänomen”

Referent: Dr. Jurko Prochasko (Lviv)– Hochschullehrer, Übersetzer, Autor

Veranstalter: Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.
Kooperationspartner: Akademie Herrnhut
Gefördert von: Bundeszentrale für politische Bildung


04.12.2019 | Tagungshaus „Komenský“ (Herrnhut)
VORTRAG
Ceausescu und die folgenden drei Jahrzehnte nach dem Regimewechsel in Rumänien” Referenten: William Totok (Berlin) – Schriftsteller, Journalist, Wolfram Tschiche (Klinke)

Veranstalter: Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.
Kooperationspartner: Akademie Herrnhut
Gefördert von: Bundeszentrale für politische Bildung


NEUERSCHEINUNG: „Geistige Lieferung I“

Anton Sterbling
NATIONALSTAATEN UND EUROPA
Problemfacetten komplizierter Wechselbeziehungen

Geistige Lieferung I | Akademie Herrnhut 2018
Verkaufspreis: 16,00 €


In den aktuellen Auseinandersetzungen um Europa steht eine nur selten explizit thematisierte Kernfrage im Mittelpunkt: Soll die Europäische Union als „Staatenbund“ oder als „Bundesstaat“ weiterent­wickelt werden?

Dies verbindet sich mit der ebenso wenig ange­messen diskutierten Frage, ob ein Europa der Natio­nen oder eines jenseits der bestehenden Nationen angestrebt wird.

Dass diese Fragen nicht hinreichend offen und öffentlich debattiert und demokratisch entschieden werden, hat seine Gründe nicht nur darin, dass die Konstruktion der Europäischen Union bisher weit­gehend als „offenes“ Projekt intellektueller und technokratischer Eliten vorangetrieben wurde, son­dern auch in den vermuteten Widerständen und Beharrungstendenzen gegebener Nationalstaaten


Thematische Schwerpunkte

  • Imaginäre und reale Grenzen in der Geschichte Europas
  • Europa der Nationalstaaten oder jenseits der Nationen?
  • Staatlich verfasste Gesellschaften und Legitimitätsgrundlagen politischer Herrschaft
  • Zur Wertidee der Freiheit in der abendländischen Kultur und Gesellschaftsordnung

Zum Autor

Anton Sterbling, geboren 1953 in Groß-Sankt-Nikolaus/Banat in Rumänien. Mitbegrün­der der Autorengruppe „Aktionsgruppe Banat“. Studium der Sozialwissenschaften (1975–1981) an der Universität Mannheim, Promotion (1987) und Habilitation (1993) an der Universität der Bundeswehr Hamburg. Bis Ende März 2019 Professor für Soziologie an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) in Rothenburg/OL.

Geistige Lieferung I | Akademie Herrnhut e.V.
Prof. Dr. Anton Sterbling Nationalstaaten und Europa Problemfacetten komplizierter Wechselbeziehungen
Herausgegeben von Prof. Dr. Albert Löhr, Dr. Dietrich Meyer, Andreas Schönfelder
In Kooperation mit Umweltbibliothek Großhennersdorf e. V.
Neisse Verlag, Dresden 2018 | www. Neisseverlag.de 1. Auflage
ISBN 978-3-86276-263-7
Druck: Gustav Winter Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH

Gefördert durch die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien.







EUROPA-UNGARN-SYMPOSIUM „Ostmitteleuropäische Perspektive: Transformationsprozesse zwischen nationaler Selbstbehauptung und europäischer Partizipation”

mit Ágnes Heller und Rudolf Ungváry (Budapest) –

Datum: 22.03.2019 – 24.03.2019

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8–10, 02747 Herrnhut

Eintritt: frei
Anmeldung erbeten | Tel. 035873 33840

Referenten:  Ágnes Heller (Philosophin, Budapest) und Rudolf Ungváry (Schriftsteller / Publizist)
Moderatoren: György Dalos (Berlin), Hans-Henning Paetzke (Budapest), Wolfram Tschiche (Klinke), Frank-Lothar Kroll (Chemnitz)
Moderator Podium: Stefan Nölke (MDR / Referatsleiter Geschichte)


Im Fokus des Symposiums stehen die vielschichtigen Transformationsprozesse im (ost)-mitteleuropäischen Raum seit den „Friedlichen Revolutionen“ 1989/90 bis in die Gegenwart, insbesondere aus ungarischer Perspektive. Es wird den Ursachen der Zerwürfnissituation zwischen ostmittel- und westeuropäischen Europavorstellungen nachgegangen und untersucht, warum sich ostmitteleuropäische Länder entschieden haben, national- bzw. liberal-konservative Wege zu gehen.
Zu überprüfen und zu bewerten ist dabei auch das Verhältnis zwischen ostmitteleuropäischen und westlichen Haltungen gegenüber der Vorstellung eines vereinten Europas sowie Möglichkeiten und Chancen einer Verständigung und Annäherung.

Für diese Veranstaltung kommen die beiden großartigen ungarischen Denker Ágnes Heller (1929) und Rudolf Ungváry (1936) nach Herrnhut.

Ágnes Heller war Schülerin von Georg Lukács und wurde 1955 von ihm promoviert; nach jahrzehntelanger politischer Unterdrückung in Ungarn emigrierte sie 1977 nach Australien, wo sie 1978 bis 1983 eine Soziologie-Professur innehatte; 1986 wurde sie Hannah Arendts Nachfolgerin auf deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York.

Rudolf Ungváry (*1936), Ingenieur, Schriftsteller, Publizist; nach der Niederschlagung der ungarischen Revolution von 1956 verhaftet und interniert, vor der Wende aktives Mitglied der demokratischen Opposition; Ungváry ist Verfasser avantgardistischer Prosa und von Abhandlungen zur Wissensorganisation.

Die Podiumsdiskussion wird am Di 26.03.2019 in der MDR Kultur-Werkstatt ausgestrahlt.
Im Rahmen der Schriftenreihe „Geistige Lieferung“ der Akademie Herrnhut ist ein Tagungsband geplant.


Hier kann das Programm als PDF heruntergeladen werden:


SEMINAR "György Konrád – Eine Stimme aus Mitteleuropa – Konráds Literatur und Essayistik"

SEMINAR „György Konrád – Eine Stimme aus Mitteleuropa – Konráds Literatur und Essayistik“

Datum: vom 26.10.18 (19.00 – 21.00 Uhr) bis 27.10.18 (9.30 – 17.00 Uhr)

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8–10, 02747 Herrnhut

Eintritt: frei

Referent/in: György Dalos (Schriftsteller, Historiker, Übersetzer; Berlin), Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Badingen OT Klinke)

Seminarleitung: Wolfram Tschiche


György Konrad wurde 1933 im ungarischen Debrecen geboren – ein ungarischer Jude, der den deutschen Vernichtungskommandos entkommen konnte. Nach seinem Studium arbeitete er als Sozialarbeiter, als Stadtsoziologe und debütierte schließlich 1969 als Schriftsteller mit seinem Roman „Der Besucher“. Die westeuropäische Kritik lobte das Buch wegen der völlig neuen Tonart, die mit diesem Werk in der osteuropäischen Literatur angestimmt worden sei.

Konrads schonungsloser Blick auf das realsozialistische Elend brachte ihn zunehmend in Opposition zum Regime. Die – zusammen mit Ivan Szelenyi –verfasste systemkritische soziologische Analyse “Die Intelligenz auf den Weg zur Klassenmacht“ konnte nur im Samisdat erscheinen. Konrad handelte sich damit in Ungarn ein weitgehendes Veröffentlichungsverbot ein, konnte aber mit der Zeit im Westen veröffentlichen.

Seit jener Zeit ist Konrad als Autor zahlreicher Romane, Essays und als Kritiker der politischen Situation seines Heimatlandes hervorgetreten. Zudem hat er öffentliche Ämter wahrgenommen: So war er Präsident des Internationalen PEN-Clubs, Präsident der Berliner Akademie der Künste und er erhielt bedeutende internationale Ehrungen.

Mit diesem Seminar möchten wir einigen wichtigen Aspekten von Konrads Prosawerk und Essayistik nachgehen sowie die damit verbundenen Probleme und Anliegen diskutieren.

Während des Seminars finden verschiedene Methoden und Medien Verwendung.


Freitag, 26.10. 2018

  • 19.00 – 21.00 Uhr Einführung in Leben und Literatur György Konrads (György Dalos)

Samstag, 27.10. 2018

  • 09.30 – 11.00 Uhr Diskussionen ostmitteleuropäischer Dissidenten: Konrads Position innerhalb der Mitteleuropadebatte (György Dalos)
  • 11.00 – 11.15 Uhr Kaffeepause
  • 11.15 – 12.45 Uhr Europäische Perspektiven : Die Europäische Union als konföderativer Verfassungsstaat? (Wolfram Tschiche)
  • 12.45 – 14.00 Uhr Mittagessen
  • 14.00 – 15.00 Uhr Ein Weltvolk im Nationalstaat – Konrads Reflexionen zum Judentum (Wolfram Tschiche)
  • 15.00 – 15.30 Uhr Kaffeepause
  • 15.30 – 17.00 Uhr Lesen und Diskutieren von ausgewählten Konrad-Texten (Unter Anleitung von Dalos/ Tschiche)
  • Ab 17.00 Uhr Ende des Seminars

  • Um Anmeldung bis zum 20.10.2018 wird gebeten per Mail w.tschiche@t-online.de oder telefonisch unter 039325 / 22359.
  • Betreffs Übernachtung- und Verpflegung wenden Sie sich/ wendet Euch bitte direkt an die Komensky Gäste- und Tagungsstätte / Herrn Przyluski
    Gäste- und Tagungshaus Komensky / Herr Przyluski
    Tel.: 035873/ 33840
    Fax: 035873/ 33859
    Email: info@komensky.de
  • Förderer: Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien
  • Veranstalter: Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V.
  • Kooperationspartner: Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.

VORTRAG: „Proteste in der Sowjetunion gegen den Einmarsch der Warschauer Paktstaaten in die CSSR“

Moderation: Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist, DDR-Oppositioneller; Klinke)

Referent: Yuriy Prokhasko (Germanist, Literaturwissenschaftler am Institut für Literaturforschung der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, Lviv)

Datum: 05. September 2018, 19.00 bis 21.00 Uhr

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komenský

Eintritt: der Vortrag ist kostenfrei


Das Jahr 1968 war in Ost und West von dramatischen Ereignissen, politischen Hoffnungen und Enttäuschungen gekennzeichnet.

So trug die Empörung über den Vietnamkrieg weltweit zum globalen Charakter der 68er Protestbewegung bei. Im April 1968 wurde Martin Luther King ermordet und infolge dessen kam es zu Rassenunruhen ungekannten Ausmaßes. Im Juni erlag der demokratische Präsidentschaftskandidat Robert F. Kennedy ebenfalls einem Attentat. Die Weltmacht USA war innen- und außenpolitisch erschüttert.

Die westeuropäischen Länder, Frankreich, Italien und die BRD, sahen sich mit rebellierenden Studierenden und Jugendlichen konfrontiert, die die Nachkriegsgesellschaften, ihre Eliten und Werte, grundsätzlich infrage stellten. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke im April 1968 kam es auch in der BRD zu heftigen Protesten. Teile der französischen und italienischen Gesellschaft solidarisierten sich mit den rebellierenden Studierenden. So kam es zu Besetzungen von Universitäten, zu Streiks und Betriebsbesetzungen. Auf diesen Protest reagierten die herrschenden Eliten z.T. mit massiven staatlichen Repressalien.

Auch in Ostmitteleuropa kam es 1968 zu Rebellionen und Reformversuchen.

Zwei große Themen standen dort im Mittelpunkt der Debatten: Wie können die sozialistischen Planwirtschaften effizienter und produktiver gestaltet werden? Zweitens wurde der Ruf nach mehr politischen Freiheiten – Presse -, Meinungs-, Reise – und Versammlungsfreiheit – immer lauter.

In Polen und Jugoslawien kam es ebenfalls zu Studentenrebellionen, gegen die der sozialistische Staat mit Repressionen vorging.

Jedoch ist das Jahr 1968 in Ostmitteleuropa vor allem mit den politischen und wirtschaftlichen Reformversuchen in der Tschechoslowakei verbunden, die als „Prager Frühling“ in die Geschichte eingegangen sind. Unter Führung Alexander Dubceks wurde der Versuch unternommen, den Sozialismus stalinistischer Prägung durch einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ zu ersetzen.

Die militärische Niederschlagung dieses Reformversuchs durch die „Bruderstaaten“ des Warschauer Pakts unter Führung der Sowjetunion hatte immense politische Auswirkungen – weit über die CSSR hinaus. Rückblickend kann man festhalten, dass der „Prager Frühling“ die historisch letzte Möglichkeit war, den „realen Sozialismus“ im Sinne einer umfassenden Demokratisierung zu reformieren.


  • Übernachtungsfragen und Kontakt: Gäste- und Tagungshaus Komensky / Herr Przylusk, Tel.: 035873/ 33840, Fax: 035873/ 3385, Email: info@komensky.de
  • Anmeldung: Um Anmeldung wird bis zum 01.09. gebeten. Per Email: w.tschiche@t-online.de ; telefonisch unter: 039325/ 22359. Betreffs Übernachtungs- und Verpflegungsfragen wenden Sie sich/ wendet Euch bitte an das Gäste-und Tagungshaus Komensky / Herrn Przyluski (s.o.).
  • Förder: Bundeszentrale für politische Bildung
  • Veranstalter: Wolfram Tschiche, Umweltbibliothek Großhennersdorf in Kooperation mit der Akademie Herrnhut (AH)