Datum: 19.10.17
Zeit: 19:00

Ort: Johanniskirche Zittau, Johannisplatz 1, Zittau
Eintritt: frei


Am 19. Oktober 1989 versammelten sich mehr als 10.000 Oberlausitzer in drei Zittauer Kirchen, um das Neue Forum kennen zu lernen. Der 19.10.1989 wurde zur bis dahin größten Demonstration politischen Veränderungswillens in der Oberlausitz seit dem 17. Juni 1953. Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Oberlausitz versammelten sich in Zittau, um die Anliegen des Neuen Forum zu unterstützen. Zeitgleich fanden auch in Osteuropa politische Umbrüche ihren Höhepunkt.

Der Historiker und Theologe Dr. Robert Żurek, Leiter der Europäischen Stiftung Kreisau, beleuchtet vor diesem Hintergrund Perspektiven Deutsch-Polnischer Nachbarschaft in einem fragilen Europa und das Erbe der weitgehend friedlichen (nationalen) Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989/90.


Die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur konzentriert sich vorwiegend auf die großen Städte wie Leipzig, Dresden oder Berlin. Opposition und Widerstand fand allerdings auch auf den Zittauer Straßen seinen Ausdruck. Dabei handelt es sich um Auseinandersetzungen, die sich unterschiedlich vollzogen haben und deren langfristige Auswirkungen sich auch in der deutschen und in der polnischen Gesellschaft sowie ihrem gegenseitigen Verhältnis zeigen. Während Europa unter dem Druck steht, gemeinsame Antworten auf die Anforderungen der Globalisierung zu finden, finden gleichzeitig unter den Mitgliedsstaaten von vielen nicht mehr nachvollziehbare politische Auseinandersetzungen um die Zukunft der EU statt.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet Dr. Robert Żurek unterschiedliche Perspektiven der deutsch-polnischen Nachbarschaft aus der bilateralen bzw. euroregionalen Perspektive.


Dr. Robert Żurek studierte Geschichte und katholische Theologie und promovierte im Fach Geschichte. In den Jahren 2003-2006 war er Forschungsstipendiat des Deutschen Historischen Instituts Warschau, in den Jahren 2006-2012 war er zuerst wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann stellvertretender Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Zwischen 2013 und 2016 leitete er die Breslauer Abteilung des Instituts für Nationales Gedenken. Robert Żurek veröffentlichte zwei Monographien, zwei Interviewbände sowie zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Pressebeiträge. Sein wissenschaftliches Interesse gilt vor allem den deutsch-polnischen Beziehungen im 20 Jahrhundert. Daneben ist er Autor bzw. Mitautor eines Dokumentarfilms, einiger Radiofeatures und zweier Ausstellungen. Seit dem 01.09.2016 ist er Vorstandsmitglied der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung und Leiter der Europäischen Akademie Kreisau.