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Wir laden Sie ein, gemeinsam geisteswissenschaftliche Perspektiven zu fördern, zu entwickeln und zu gestalten. Entdecken Sie das wissenschaftliche Potential unserer Region und darüber hinaus sowie Angebote für die politische und kulturelle Bildung auf vollkommen neuen Seiten!

Diese Webseite sehen wir als interaktive Schnittstelle, die den offenen Diskurs über Themen, Informationen und Wissen kontinuierlich vorantreibt sowie wichtigen Veranstaltungen und Anliegen ein Forum bietet. Dafür werden wir die Angebote sukzessive erweitern und freuen uns über nachhaltige und engagierte Mitarbeit in jeder Form.

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Aktuelle Beiträge
SEMINAR "György Konrád – als „Don Quijote von der Donau“ - eine Stimme aus Mitteleuropa"

SEMINAR „György Konrád – als „Don Quijote von der Donau“ – eine Stimme aus Mitteleuropa“

Datum: vom 26.10.18 (19.00 – 21.00 Uhr) bis 27.10.18 (9.30 – 17.00 Uhr)

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut

Eintritt: frei

Referent/in: György Dalos (Schriftsteller, Historiker; Berlin), Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Badingen OT Klinke)

Seminarleitung: Wolfram Tschiche


Mit diesem Seminar über György Konrád soll die Veranstaltungsreihe zum Thema „Die geistigen, kulturellen und politischen Hintergründe der ostmitteleuropäischen Dissidenten“ ihre Fortsetzung finden.

György Konrád wurde am 2. April 1933 in der Nähe von Debrecen in Ungarn als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Im Jahr 1944 entging er nur knapp seiner Verhaftung durch Nationalsozialisten und ungarische Pfeilkreuzler, die ihn ins Konzentrationslager Auschwitz deportieren wollten. Mit seinen Geschwistern floh er nach Budapest und lebte dort in einer Wohnung unter dem Schutz der Helvetischen Konföderation. Die Ereignisse beschrieb er in den Büchern „Heimkehr“ und „Glück“.

Konrád studierte in Budapest Literaturwissenschaften, Soziologie und Psychologie bis zum Ungarnaufstand 1956. Anschließend arbeitete er von 1959 bis 1965 als Jugenschutzinspektor für die Vormundschaftsbehörde eines Budapester Stadtbezirks. Nebenbei publizierte er erste Essays. Ab 1965 stellt ihn das Budapester Institut und Planungsbüro als Soziologen für Städtebau ein. Sein Romandebüt „Der Besucher“ veröffentlichte er 1969. Seit dem Erfolg seines Erstlingswerks konzentrierte er sich auf die literarische Arbeit.

In seinen Essays plädierte er für ein friedliches Mitteleuropa, das die Grenzen zwischen Ost und West überwinden soll. Als Demokrat und Dissident zählt er neben Vaclav Havel, Adam Michnik, Milan Kundera und Pavel Kohout zu den wichtigsten Stimmen vor 1989.

Weil er zwischen 1978 und 1988 in Ungarn nicht mehr publizieren durfte, reiste er durch Westeuropa, Amerika und Australien. Das Publikationsverbot wurde erst 1989 aufgehoben.

Konrád war von 1990 bis 1993 Präsident der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. und von 1997 bis 2003 Präsident der Akademie der Künste in Berlin-Brandeburg.

Gegenwärtig schreibt Konrád erneut, wie er es nennen kann, gegen einen „undemokratischen Parteienstaat“ in Ungarn an, der längst von einer „parlamentarischen Diktatur“ gelenkt werde. Auch die Kulturpolitik der Regierung Orban seit 2010 findet seinen Widerspruch. Außerdem sieht er sich zusammen mit anderen jüdischen Schriftstellern in Ungarn antisemitischen Bedrohungen ausgesetzt, denen diese Regierung nicht entgegentrete.

Mit diesem Seminar verfolgen wir nicht nur die Absicht, Konráds Rolle als ungarischer Dissident und grundlegende Anliegen der ungarischen Opposition während der kommunistischen Diktatur zu erörtern, sondern darüber hinaus auch das literarische Schaffen Konráds vorzustellen.

Während des Seminars finden verschiedene Methoden und Medien Verwendung.


  • Leben und Werk György Konrads
  • Konrad als literarischer Chronist – Die „Budapester Trilogie“
  • Die Juden und das jüdische Erbe in der Perspektive Konrads
  • Konrad als ein führender Kopf der ungarischen Opposition
  • „Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht“ – Konrads Kritik an der Zwangsherrschaft des Realsozialismus
  • Konrads Engagement für Bürger- und Menschenrechte: „Antipolitik“ als zivilgesellschaftliche Gegenmacht
  • Die besondere Aufgabe Mitteleuropas – die Überwindung der Grenzen zwischen Ost und West
  • Konrads Vision eines geeinten Europas
  • Das politische System Orbans – Konrads Kritik an der „Demokratur“
  • Lesung mit György Dalos

  • Um Anmeldung bis zum 20.10.2018 wird gebeten per Mail w.tschiche@t-online.de oder telefonisch unter 039325 / 22359.
  • Betreffs Übernachtung- und Verpflegung wenden Sie sich/ wendet Euch bitte direkt an die Komensky Gäste- und Tagungsstätte / Herrn Przyluski (s.o.)
    Gäste- und Tagungshaus Komensky / Herr Przyluski
    Tel.: 035873/ 33840
    Fax: 035873/ 33859
    Email: info@komensky.de
  • Förderer: Landkreis Görlitz, Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien, Stiftung Sächsische Gedenkstätten
  • Veranstalter: Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V.
  • Kooperationspartner: Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.

VORTRAG: „Proteste in der Sowjetunion gegen den Einmarsch der Warschauer Paktstaaten in die CSSR“

Moderation: Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist, DDR-Oppositioneller; Klinke)

Referent: Yuriy Prokhasko (Germanist, Literaturwissenschaftler am Institut für Literaturforschung der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, Lviv)

Datum: 05. September 2018, 19.00 bis 21.00 Uhr

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komenský

Eintritt: der Vortrag ist kostenfrei


Das Jahr 1968 war in Ost und West von dramatischen Ereignissen, politischen Hoffnungen und Enttäuschungen gekennzeichnet.

So trug die Empörung über den Vietnamkrieg weltweit zum globalen Charakter der 68er Protestbewegung bei. Im April 1968 wurde Martin Luther King ermordet und infolge dessen kam es zu Rassenunruhen ungekannten Ausmaßes. Im Juni erlag der demokratische Präsidentschaftskandidat Robert F. Kennedy ebenfalls einem Attentat. Die Weltmacht USA war innen- und außenpolitisch erschüttert.

Die westeuropäischen Länder, Frankreich, Italien und die BRD, sahen sich mit rebellierenden Studierenden und Jugendlichen konfrontiert, die die Nachkriegsgesellschaften, ihre Eliten und Werte, grundsätzlich infrage stellten. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke im April 1968 kam es auch in der BRD zu heftigen Protesten. Teile der französischen und italienischen Gesellschaft solidarisierten sich mit den rebellierenden Studierenden. So kam es zu Besetzungen von Universitäten, zu Streiks und Betriebsbesetzungen. Auf diesen Protest reagierten die herrschenden Eliten z.T. mit massiven staatlichen Repressalien.

Auch in Ostmitteleuropa kam es 1968 zu Rebellionen und Reformversuchen.

Zwei große Themen standen dort im Mittelpunkt der Debatten: Wie können die sozialistischen Planwirtschaften effizienter und produktiver gestaltet werden? Zweitens wurde der Ruf nach mehr politischen Freiheiten – Presse -, Meinungs-, Reise – und Versammlungsfreiheit – immer lauter.

In Polen und Jugoslawien kam es ebenfalls zu Studentenrebellionen, gegen die der sozialistische Staat mit Repressionen vorging.

Jedoch ist das Jahr 1968 in Ostmitteleuropa vor allem mit den politischen und wirtschaftlichen Reformversuchen in der Tschechoslowakei verbunden, die als „Prager Frühling“ in die Geschichte eingegangen sind. Unter Führung Alexander Dubceks wurde der Versuch unternommen, den Sozialismus stalinistischer Prägung durch einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ zu ersetzen.

Die militärische Niederschlagung dieses Reformversuchs durch die „Bruderstaaten“ des Warschauer Pakts unter Führung der Sowjetunion hatte immense politische Auswirkungen – weit über die CSSR hinaus. Rückblickend kann man festhalten, dass der „Prager Frühling“ die historisch letzte Möglichkeit war, den „realen Sozialismus“ im Sinne einer umfassenden Demokratisierung zu reformieren.


  • Übernachtungsfragen und Kontakt: Gäste- und Tagungshaus Komensky / Herr Przylusk, Tel.: 035873/ 33840, Fax: 035873/ 3385, Email: info@komensky.de
  • Anmeldung: Um Anmeldung wird bis zum 01.09. gebeten. Per Email: w.tschiche@t-online.de ; telefonisch unter: 039325/ 22359. Betreffs Übernachtungs- und Verpflegungsfragen wenden Sie sich/ wendet Euch bitte an das Gäste-und Tagungshaus Komensky / Herrn Przyluski (s.o.).
  • Förder: Bundeszentrale für politische Bildung
  • Veranstalter: Wolfram Tschiche, Umweltbibliothek Großhennersdorf in Kooperation mit der Akademie Herrnhut (AH)
KONFERENZ "Die Schöberlinie - Eine Bunkerlinie im Grenzraum Sachsen - Böhmen"

KONFERENZ „Die Schöberlinie – Eine Bunkerlinie im Grenzraum Sachsen – Böhmen“

Datum: SA, 01.09. 2019 (19.00 – 21.00 Uhr)
Ort: Penzion Petrovaa bouda, Horní Svetlá 66, 471 57 Marenice (CZ)
Eintritt: frei
Veranstalter: Kultur aktiv e.V. in Kooperation mit der Umweltbibliothek Großhennersdorf


Das von Kultur Aktiv e.V. aus Dresden initiierte Projekt wirft einen Blick auf „Die Schöberlinie – Eine Bunkerlinie im Grenzraum Sachsen – Böhmen“. An einer der ältesten Grenzen Europas auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik befindet sich eine Bunkerlinie. Diese ist ein Symbol für eine längst überholte Vergangenheit in der Geschichte Deutschlands und der Tschechischen Republik. Ebenso steht diese nur Eingeweihten bekannte Bunkerlinie für eine absurde, niemals kriegstaugliche militärische Befestigungsanlage.

Am 1. September 2018 wird als Teil des Projekts ein abendlicher Workshop mit anschließendem Gespräch in der Petersbaude stattfinden. Der Workshop ist öffentlich und kann ohne Anmeldung besucht werden. Im Rahmen des Workshops werden die Ergebnisse des tschechisch-deutschen Künstlerworkshops vorgestellt. Sie hatten sich im Mai 2018 künstlerisch mit dem Thema Grenze auseinander gesetzt und einzelne Bunker zu temporären Ausstellungsräumen umgestaltet. Als zweiter Teil werden durch Vertreter der Umweltbibliothek Großhennersdorf weitere Aspekte der sächsisch-böhmischen Grenzbeziehungen vorgestellt. So waren während der Niederschlagung des Prager Frühlings vor genau 50 Jahren, mehrere Wochen lang, Soldaten auf der deutschen Seite der Grenze stationiert und hatten einen Einfluss auf die Grenzregion.


Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen und dem Deutsch-Tschechischem Zukunftsfonds finanziell gefördert.

SEMINAR „Karl Marx und der Marxismus: Zur Interpretation und kritischen Perspektive des polnischen Philosophen Leszek Kolakowski“

Referent: Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Badingen OT Klinke)
Datum: FR, 08.06. 2018 (19.00 – 21.00 Uhr) bis  SA, 09.06. 2018 (09.30 – 17.00 Uhr)
Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei
Veranstalter: Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V., Umweltbibliothek Großhennersdorf
Förderer: Landkreis Görlitz


Karl Marx, der vor 200 Jahren in Trier geboren wurde, gehört zweifellos zu den großen Gestalten des 19. Jahrhunderts, und sein geistiges und politisches Erbe entfaltetet gerade nach seinem Tode eine gewaltige Wirkung.

Wollen wir das Werk Marxens verstehen, so müssen wir uns auch die wichtigen Merkmale jener Epoche, in der sich sein Denken und Handeln entwickelte, vergegenwärtigen. Das 19 Jahrhundert war das Zeitalter des aufsteigenden Bürgertums, und wichtige Kennzeichen dieser Zeit waren neben dem Bevölkerungswachstum, die sich beschleunigende Industrialisierung, die soziale Frage im Kontext eines „Raubtierkapitalismus“, die Revolutionen und die sich organisierende Arbeiterklasse.

In diesem Kontext begegnen wir dem vom hegelschen Denken geprägten Philosophen, der erst Radikaldemokrat war, dann Kommunist wurde, der Journalist, politischer Aktivist und Revolutionär war, Politökonom und Universalgelehrter.

Karl Marx war und ist eine Herausforderung für geistige und politische Auseinandersetzungen.

Der polnische Philosoph Leszek Kolakowski, selbst im Nachkriegspolen Marxist und Parteimitglied, hat einen tiefgreifenden geistigen Wandlungsprozess vollzogen, indem er u.a. in der zweiten Hälfte der 70er Jahre mit einem umfangreichen dreibändigen Werk „Die Hauptströmungen des Marxismus“ sowohl eine Analyse als auch eine Kritik des Marxismus vorlegte.

Im Rahmen seiner kritischen Auseinandersetzung stellte Kolakowski die Frage, in welcher Weise und infolge welcher Umstände die ursprüngliche Idee fähig war, über so zahlreiche und so unterschiedliche, sich gegenseitig bekämpfende Kräfte das Patronat auszuüben. Er fragt danach, wie es möglich war, dass der prometheische Humanismus von Marx als Grundlage und Rechtfertigung der totalitären Barbarei des Stalinismus dienen konnte.


Seminarprogramm:

Freitag, 08.06. 2018

18.45 – 19.00 Uhr Begrüßung, Einführung in das Seminar

19.00 – 21.00 Uhr Anmerkungen zu Leben und Werk von Karl Marx Der Streit um die Erbschaft: Wer ist der rechtmäßige Erbe Marxens?

Samstag, 09.06. 2018

09.30 – 11.00 Uhr Zu den Grundlagen des Marxschen Denkens bis ca. 1848. Die Gesellschaftsphänome in der Perspektive von Marx – das „Kommunistische Manifest“

11.00 – 11.15. Uhr Kaffeepause

11.15 – 13.00 Uhr Kolakowskis kritische Bewertung zur Werttheorie und Ausbeutungstheorie – Kolakowskis kritische Bewertung zum historischen Materialismus

13.00 – 14.00 Uhr Mittagessen

14.00 – 15.30 Uhr Traditionen und Quellen des Marxschen Denkens. Lesen und Diskutieren von ausgewählten Texten

15.30 – 16.00 Uhr Kaffeepause

16.00 – 17.00 Uhr Lesen und Diskutieren von ausgewählten Texten


Übernachtungsfragen und Kontakt: Gäste- und Tagungshaus Komensky / Herr Przylusk (Tel.: 035873/ 3384 ; Fax: 035873/ 33859;Email: info@komensky.de)

Anmeldung: Um Anmeldung wird bis zum 03.06. gebeten. Per Email: w.tschiche@t-online.de ; telefonisch unter: 039325/ 22359. Betreffs Übernachtungs- und Verpflegungsfragen wenden Sie sich/ wendet Euch bitte an das Gäste-und Tagungshaus Komensky / Herrn Przyluski (s.o.).

REFERAT „Gedanken über Nationalstaaten und Europa“ von Prof. Dr. Anton Sterbling (Fürth), II. Geistige Lieferung

Datum: 25.04.18 (19.00 – 21.00 Uhr)
Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei
Veranstalter: Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V., Umweltbibliothek Großhennersdorf
Förderer: Landkreis Görlitz


So nur selten explizit angesprochen, steht in den aktuellen Auseinandersetzungen um Europa doch die Kernfrage im Mittelpunkt, ob die Europäische Union als „Staaten­bund“ oder als „Bundesstaat“ weiterentwickelt werden soll.

Dies verbindet sich mit der ebenso wenig angemessen thematisierten Frage, ob ein Europa der Nationen oder jen­seits der bestehenden Nationen angestrebt wird? Dass diese Fragen nicht hinreichend offen, öffentlich und demokratisch debattiert und entschieden werden, hat seine Gründe nicht nur darin, dass die Konstruktion der Europäischen Union bisher weitgehend als Projekt intellektueller und technokratischer Eliten vorangetrieben wurde, sondern auch in den vermuteten Widerständen und Beharrungstendenzen gegebener Nationalstaaten.

In dem Vortrag wird daher in Form von Thesen die universalgeschichtliche Bedeutung moderner Nationalstaaten aufgezeigt und dabei insbesondere die Frage der Legitimitäts­grundlagen politischer Herrschaft beleuchtet. Einer historisch-modernisierungstheoreti­schen Leitvorstellung folgend, soll dabei dargelegt werden, welche Vorzüge demokrati­sche Nationalstaaten aufweisen und warum die Europäische Union daher als Werte-, In­teressen- und Vertragsgemeinschaft eigenständiger Nationalstaaten und nicht gegen die­se weiterentwickelt werden sollte.

Dieses Referat legt den Grundstein für Band II der Schriftenreihe „Geistige Lieferung“ der Akademie Herrnhut, die im Herbst 2018 auf der Frankfurter Buchmesse erscheinen soll.


Anton Sterbling:

Professor für Soziologie an der Hochschule der Sächsischen Polizei, geb. 1953 in Groß-Sankt-Nikolaus (Banat/Rumänien). Mitbegründer der regimekriti­schen Autorengruppe „Aktionsgruppe Banat“. Sozialwissenschaftliches Studium an der Universität Mannheim, Promotion 1987, Habilitation 1993. Mitglied des Wissenschaft­lichen Beirats der Südosteuropa-Gesellschaft (2000-2012, Vorsitzender 2004-2008), Mitglied des Sprecherrates der Sektion „Europasoziologie“, vormals „Ost- und Ost­mitteleuropa-Soziologie“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (1992-2012, Spre­cher 2005-2008). Mitantragsteller und betreuender Professor am Graduiertenkolleg „Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa“, an der Friedrich-Schiller Universität Jena (2006-2016).


Neuere Bücher:

  • Krisen und Wandel, Krämer Verlag, Hamburg 2009;
  • Verwerfungen in Modernisierungsprozessen. Soziologische Querschnitte, Krämer Verlag, Hamburg 2012;
  • Grenzgänge, Heimat, Wanderungen. Narrative über das zerbrochene Sinnmuster der Vergangenheit, Pop Verlag, Ludwigsburg 2013;
  • Wege der Modernisierung und Konturen der Moderne im westlichen und östlichen Europa, Springer Verlag, Wies­baden 2015;
  • Zuwanderung, Kultur und Grenzen in Europa. Buchreihe Land-Berichte (Band 11), Shaker Verlag, Aachen 2015; Sicherheit und Lebensqualität im Landkreis Görlitz. Ergebnisse einer Bürgerbefragung. Rothenburger Beiträge. Polizeiwissenschaft­liche Schriftenreihe (Band 78), Rothenburg/Oberlausitz 2015;
  • Zuwanderungsschock – Deutschland und Europa in Gefahr? Probleme der Zuwanderung und Integration, Krä­mer Verlag, Hamburg 2016;
  • Europa zwischen Realität und Verblendung, Krämer Ver­lag, Hamburg 2016;
  • Minderheitenfragen, kulturelle Institutionen und Minderheitenlite­ratur. Rothenburger Beiträge. Polizeiwissenschaftliche Schriftenreihe (Band 88), Ro­thenburg/Oberlausitz 2017.

REFERAT „Die Christen im Orient – Geschichte und aktuelle Lage“

Datum: vom 14.03.18 (19.00 – 21.00 Uhr)
Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei
Veranstalter: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Gesundbrunnen Bautzen, Ev.-Luth. Superintendententur Löbau-Zittau, Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V., Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V.
Förderer: Landesbeauftragter der Landeskirche Sachsens


In diesem Vortrag wird Prof. Dr. Thomas Bremer vor dem Hintergrund, Religion als Ressource für die soziale Arbeit sichtbar zu machen, die Grundlagen für das Thema, nämlich „Die Christen im Orient – Geschichte und aktuelle Lage“ erklären.

Dr. theol. Thomas Bremer ist Universitätsprofessor für Ökumenik und Friedensforschung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Geboren 1957 promovierte er, nach seinem Studium der Katholischen Theologie, der Slavischen und der Klassischen Philologie in München und Belgrad, 1990 mit einer Arbeit zur Ekklesiologie in der Serbischen Orthodoxen Kirche. Bevor er 1999 an die Universität Münster berufen wurde, war er von 1996-1999 Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (Berlin). Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen ‚die Orthodoxie in Russland und in Serbien‘, ‚Religion und Politik‘, ‚ökumenische Beziehungen zwischen westlichen und östlichen Kirchen‘ sowie ‚Kirchen und Religionsgemeinschaften in Konfliktsituationen‘.

REFERAT „Religion als Ressource für die soziale Arbeit“

Datum: vom 21.03.18 (19.00 – 21.00 Uhr)
Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei
Veranstalter: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Gesundbrunnen Bautzen, Ev.-Luth. Superindententur Löbau-Zittau, Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V., Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V.
Förderer: Ausländerbeauftragter der Landeskirche Sachsens


Für dieses Referat konnten wir Dr. Frank van der Velden gewinnen, der zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung Hessen ein Kursangebot unter der Themensetzung entwickelt hat.

Dr. Frank van der Velden ist Studienleiter für interreligiöse Bildung im Diözesanbildungswerk Limburg, u.a. als Bischöflicher Beauftragter für Islamfragen. Geboren 1964, studierte er in Damaskus und Tübingen islamische und katholische Theologie sowie orientalische Sprachen. Von 1997 bis 2014 war van der Velden in Kairo erst als theologischer Referent der katholischen Gemeinde in Ägypten und später als Leiter der Fachgruppe Religion an der dortigen Deutschen Evangelischen Oberschule tätig. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland lehrte und wirkte er im Bereich der interreligiösen Erwachsenenbildung in Mainz, Hamburg, Wiesbaden und Limburg, unter anderem um Religion als Ressource in Schule und sozialer Arbeit mit Muslimen und Christen zu vermitteln.

VORTRAG „Den Tagen gemeinsam mehr Leben geben – Perspektiven auf den Hospizalltag“

Datum: vom 22.01.18 (19.00 – 21.00 Uhr)
Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei
Veranstalter: Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V., Internationales Hochschulinstitut – TU Dresden, Christliches Hospiz Ostsachen e.V.
Kooperationspartner: Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.

SEMINAR „Leben und Werk Anna Achmatowas. Ein russisches Schicksal in der Stalinzeit“

Datum: vom 01.12.17 (19.00 – 21.00 Uhr) bis 02.12.17 (9.30 – 17.00 Uhr)
Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei
Veranstalter: Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V.
Kooperationspartner: Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.
Referent/in: Dr. Radka Denemarkova (Schriftstellerin, Übersetzerin, Germanistin; Prag), Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Badingen OT Klinke)

Seminarleitung: Wolfram Tschiche


Anna Andrejewna Achmatova gilt als Leitfigur des Akmeismus, einer literarischen Bewegung des 20. Jahrhunderts, die sich in Abgrenzung von dem damals herrschenden Futurismus und Symbolismus durch eine klare, wirklichkeitsnahe Poesie auszeichnet. Anna Achmatova wurde 1889 in Bolschoj Fontan bei Odessa geboren und begann bereits im Alter von 11 Jahren Gedichte zu schreiben. 1910 heiratete sie in erster Ehe Nikolai Gumiljow, ebenfalls ein Vertreter des Akmeismus.

In ihren ersten Gedichtzyklen „Vecer“ (1912, „Abend“) und „Cetki“ (1914, „Rosenkranz“) widmete sie sich ganz ihrem persönlichen Erfahrungsbereich und ihrer Gefühlswelt. Ihre Werke wurden von sowjetischen Kritikern als zu „privat“ und „asozial“ verurteilt. Zwischen 1922 und 1958 war sie mit einem Publikationsverbot belegt. Ihr Gedichtzyklus „Rekviem“ (1953 – 1963, „Requiem“), der sich mit dem stalinistischen Terror auseinandersetzte, erschien in der ehemaligen UdSSR erst nach ihrem Tod im Jahr 1987.

Anna Achmatova blieb, wie vielen Menschen ihrer Generation, nichts an Unheil erspart, was der Erste Weltkrieg, die Revolution, der Stalinismus und schließlich der Zweite Weltkrieg über ihr Land brachten. Ihr erster Ehemann, der Lyriker Nikolai Gumiljow wurde 1921 im umbenannten St. Petersburg von den Bolschewiki erschossen; der einzige Sohn verbrachte insgesamt achtzehn Jahre in sowjetischer Haft; Nikolai Punin, mit dem sie in dritter Ehe verheiratet war, kam 1953 im Lager um, wo bereits viele der Freunde, so Mandelstam und Pilnjak, geblieben waren. Auch wurde über sie vom KGB eine umfangreiche Akte namens „Objekt Achmatova“ angelegt.

Doch sie selbst, vor der Revolution bereits eine gefeierte Dichterin, danach jahrzehntelang zum Schweigen verurteilt, verfolgt und geschmäht, hielt die Emigartion für unangemessen. Stattdessen unbehaust, wie sie lebte, fühlte sie sich ausschließlich ihrem Werk verpflichtet. Erst gegen Ende ihres Lebens stellten sich der Ruhm und Anerkennung ein. Dieser stand sie aber mit Gelassenheit gegenüber.

1964 erhielt Anna Achmatova den renomierten Ätna – Taormina – Preis, ein Jahr später wurde sie Ehrendoktorin in Oxford. Neben Lyrik verfasste Anna Achmatova zahlreiche Essays, Übersetzungen und wissenschaftliche Arbeiten. Sie starb 1966 in Domodjedowo bei Moskau.

Mit dem Seminar verfolgen wir nicht nur die Absicht, Leben und Werk Anna Achmatovas vorzustellen, sondern darüber hinaus – auch in ihrer Perspektive – die Situation der Kunst und Kultur während der stalinistischen Ära zu diskutieren


Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Informationen über die Oktoberrevolution der Bolschewiki: Erziehungsdiktatur und Staatsterror;

  • Analyse Stalins als totalitärer Herrscher: System und Ideologie;

  • Auseinandersetzung mit der bolschewistischen und stalinistischen Kulturpolitik – Zur Situation von Kunst und Kultur in der Sowjetunion;

  • Aufzeigen von Kunstströmungen in der Sowjetunion;

  • Kennenlernen der Lyrik Anna Achmatovas (u.a.: „Requiem“, „Eine kleine Geographie“, „Die Weide“, „Poem ohne Held“);

  • Gemeinsames Textlesen von Gedichten Achmatovas;

  • Lesung Radka Denemarkovas u.a. aus ihrem Roman „Kobold“ und essayistischen Texten zu Anna Achmatova

  • Anregungen zum Engagement gegen totalitäre Bestrebungen in der Gegenwart


Sonstiges:

  • Um Anmeldung bis zum 29.11.2017 wird gebeten per Mail w.tschiche@t-online.de oder telefonisch unter 039325 / 22359.
  • Betreffs Übernachtung- und Verpflegung wenden Sie sich/ wendet Euch bitte direkt an die Komensky Gäste- und Tagungsstätte / Herrn Przyluski (s.o.)
    Tel.: 035873/ 33840
    Fax: 035873/ 33859
    Email: info@komensky.de

TAGUNG „Weltwende 1917 – Russland, Europa und die bolschewistische Revolution“

Datum: 16.11.17-18.11.17

Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut


Die Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens (DGEPD), die Technische Universität Chemnitz und die Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung laden vom 16. bis 18. November 2017 im Tagungshaus Komesky (Herrnhut) zur Tagung „Weltwende 1917 – Russland, Europa und die Bolschewistische Revolution“ ein.

Die russische Doppelrevolution von 1917 markiert ein weltgeschichtliches Ereignis von epochaler Bedeutung. Sie hat nicht nur das alte Russland aus den Angeln gehoben und vernichtet, sondern auch die historische Entwicklung Europas im 20. Jahrhundert entscheidend mitbestimmt. Ihren Anfang nahm sie vor 100 Jahren, mit den Arbeiterprotesten in Petrograd und der daraus resultierenden Februarrevolution. Diese Revolution schien das Zarenreich – seit 1906 eine konstitutionelle Monarchie – in eine demokratisch-pluralistische Republik zu verwandeln. Im Oktober 1917 rissen jedoch die Bolschewiki durch einen von den kriegsmüden Massen mitgetragenen Putsch die Macht an sich und beendeten damit diese vielversprechende Entwicklung. Sie verwandelten das „neue Russland“ immer mehr in einen diktatorischen Einparteienstaat und entfernten sich damit von allen bisher bekannten Formen politischer Partizipation und demokratisch-parlamentarischer Repräsentation.

Im Jubiläumsjahr 2017 werden zahlreiche Memorialveranstaltungen diesem Ereignis gewidmet sein. Das Besondere der Herrnhuter Tagung ist, das im Mittelpunkt freilich nicht die vielfach geschilderten und allseits bekannten konkreten Ereignisse stehen. Die Tagungsintention richtet sich vielmehr auf die Erhellung und Durchdringung der ideologischen Komponenten des Revolutionsgeschehens einschließlich ihrer russischen und europäischen Vorbilder, beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Ideologie und Gewalt und beschreibt die Folgewirkungen der über 70-jährigen Herrschaft des Bolschewismus für die politische Kultur des heutigen Russlands.


Die Tagung gliedert sich in vier Hauptabschnitte, die von einem Eröffnungsvortrag und einem Abendvortrag umrahmt werden.

Ein erster Tagungsblock behandelt die ideologischen Grundlegungen, Vorläufer und Ideengeber der russischen Revolution. Das Wechselverhältnis von europäischem Aufklärungsdenken und russischer Philosophietradition steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie der Vorbildcharakter, den die Französische Revolution von 1789, hier insbesondere die Jakobinerherrschaft ab 1792, für die bereits von Lenin (und nicht erst von Stalin) ausdrücklich gebilligte Methode radikaler Gewaltanwendung gegenüber allen politischen Gegnern besessen hat. Auch die dabei zum Tragen kommenden Einwirkungen slawophiler Ideensprengsel sowie die Formwandlungen des westlichen Marxismus im präbolschewistischen und bolschewistischen Denken werden in eigenen Vorträgen thematisiert.

Der zweite Tagungsblock widmet sich der Dialektik von Ideologie und Terror. Hier kommt erneut die Rolle der Gewalt als zentrales Mittel und beherrschende Methode der Bolschewiki zur Sprache. Theoretisch wird dies am Beispiel der leninschen Philosophie vorgeführt, praktisch am Beispiel des „Terrors“ in der Frühphase der bolschewistischen Herrschaftssicherung präsentiert. Frühen westlichen Deutungen des Bolschewismus – positiven wie negativen Stimmen, vor allem aus Deutschland, gleichermaßen – aber auch dem bolschewistischen Anspruch, dem eigenen Weg universale Gültigkeit zu verschaffen, wird in Spezialvorträgen nachgegangen.

Ein dritter Themenblock richtet den Blick auf die Nachwirkungen der über 70-jährigen bolschewistischen Herrschaft im heutigen Russland. Das Erkenntnisinteresse gilt hier, zum einen, der Verknüpfung von „russischer Idee“ (einer Gedankenfigur des 19. Jahrhunderts) und bolschewistischer Ideologie unter Lenin und Stalin; zum anderen der Einschätzung der bolschewistischen Terrorherrschaft in der post-sowjetischen Gesellschaft; schließlich der Bewertung des Verhältnisses von Russland zu Europa in der innerrussischen wie auch westlichen Debattenkultur seit den frühen 1990er Jahren.

Der vierte Tagungsblock geht auf ein Ergebnis umfangreicher Recherchen für die inhaltliche Konzeption dieser Tagung zurück. Es gab einen Kontakt zum Leiter der Evangelischen Akademie Sachsen Anhalt e.V., Herrn Friedrich Kramer, in Bezugnahme auf die von seiner Akademie vom 04. bis 06. November 2016 in Wittenberg veranstalteten Tagung „Der Roter Terror und die Kirchen“. Unserer gemeinsamen Überzeugung nach fand mit dieser Tagung schon eine gelungene Auseinandersetzung mit einem wichtigen Teilaspekt auch unseres Hauptthemas statt. Allerdings war bei dieser Tagung eine Dokumentation nicht vorgesehen gewesen. So hielten wir es für eine sinnvolle Idee, die wesentlichen Tagungsergebnisse, in Form von Übersetzungen, vierer, im russischen Typoskript vorliegender Referate, auch unserer Tagung beizusteuern. Für einen weiteren Mehrwert halten wir, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, die Referate in unserem geplanten Tagungsband mit zu veröffentlichen.


Das Tagungsprogramm finden Sie hier: Tagungsprogramm


Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Um Anmeldung bis 1.11.17 wird gebeten unter

Gäste- und Tagungshaus Komensky
Comeniusstraße 8
02747 Herrnhut
www.komensky.de

Telefon +49 (0) 35873 338-40
Telefax +49 (0) 35873 338-59
E-Mail info@komensky.de


Kooperationspartner: Technische Universität Chemnitz, Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens, Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung, Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.,

Förderer: Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Konrad-Adenauer-Stiftung, Landkreis Görlitz

VORTRAG „Räume und Grenzen – Ideen und Identitäten. Gibt es eine gemeinsame Geschichte Europas?“

Datum: 25.10.17
Zeit: 19:00

Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei


Referent:
Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll
(Professor für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jh. der Technischen Universität Chemnitz)

Anmeldung:
Die Teilnahme am Vortrag ist kostenfrei

Information:
Dieser Vortrag ist die Essenz eines längeren Aufsatzes, mit dem Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll den Auftakt einer kleinen Schriftenreihe gibt, die die Akademie Herrnhut (AH) nun jedes Jahr als eine „geistige Lieferung“ in einem auch besonderen Format herausgeben wird.

ZITTAUER REDEN „Perspektiven Deutsch-Polnischer Nachbarschaft in einem fragilen Europa und das Erbe der weitgehend friedlichen (nationalen) Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989/90“

Datum: 19.10.17
Zeit: 19:00

Ort: Johanniskirche Zittau, Johannisplatz 1, Zittau
Eintritt: frei


Am 19. Oktober 1989 versammelten sich mehr als 10.000 Oberlausitzer in drei Zittauer Kirchen, um das Neue Forum kennen zu lernen. Der 19.10.1989 wurde zur bis dahin größten Demonstration politischen Veränderungswillens in der Oberlausitz seit dem 17. Juni 1953. Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Oberlausitz versammelten sich in Zittau, um die Anliegen des Neuen Forum zu unterstützen. Zeitgleich fanden auch in Osteuropa politische Umbrüche ihren Höhepunkt.

Der Historiker und Theologe Dr. Robert Żurek, Leiter der Europäischen Stiftung Kreisau, beleuchtet vor diesem Hintergrund Perspektiven Deutsch-Polnischer Nachbarschaft in einem fragilen Europa und das Erbe der weitgehend friedlichen (nationalen) Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989/90.


Die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur konzentriert sich vorwiegend auf die großen Städte wie Leipzig, Dresden oder Berlin. Opposition und Widerstand fand allerdings auch auf den Zittauer Straßen seinen Ausdruck. Dabei handelt es sich um Auseinandersetzungen, die sich unterschiedlich vollzogen haben und deren langfristige Auswirkungen sich auch in der deutschen und in der polnischen Gesellschaft sowie ihrem gegenseitigen Verhältnis zeigen. Während Europa unter dem Druck steht, gemeinsame Antworten auf die Anforderungen der Globalisierung zu finden, finden gleichzeitig unter den Mitgliedsstaaten von vielen nicht mehr nachvollziehbare politische Auseinandersetzungen um die Zukunft der EU statt.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet Dr. Robert Żurek unterschiedliche Perspektiven der deutsch-polnischen Nachbarschaft aus der bilateralen bzw. euroregionalen Perspektive.


Dr. Robert Żurek studierte Geschichte und katholische Theologie und promovierte im Fach Geschichte. In den Jahren 2003-2006 war er Forschungsstipendiat des Deutschen Historischen Instituts Warschau, in den Jahren 2006-2012 war er zuerst wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann stellvertretender Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Zwischen 2013 und 2016 leitete er die Breslauer Abteilung des Instituts für Nationales Gedenken. Robert Żurek veröffentlichte zwei Monographien, zwei Interviewbände sowie zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Pressebeiträge. Sein wissenschaftliches Interesse gilt vor allem den deutsch-polnischen Beziehungen im 20 Jahrhundert. Daneben ist er Autor bzw. Mitautor eines Dokumentarfilms, einiger Radiofeatures und zweier Ausstellungen. Seit dem 01.09.2016 ist er Vorstandsmitglied der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung und Leiter der Europäischen Akademie Kreisau.