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Wir laden Sie ein, gemeinsam geisteswissenschaftliche Perspektiven zu fördern, zu entwickeln und zu gestalten. Entdecken Sie das wissenschaftliche Potential unserer Region und darüber hinaus sowie Angebote für die politische und kulturelle Bildung auf vollkommen neuen Seiten!

Diese Webseite sehen wir als interaktive Schnittstelle, die den offenen Diskurs über Themen, Informationen und Wissen kontinuierlich vorantreibt sowie wichtigen Veranstaltungen und Anliegen ein Forum bietet. Dafür werden wir die Angebote sukzessive erweitern und freuen uns über nachhaltige und engagierte Mitarbeit in jeder Form.

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Aktuelle Beiträge

ZITTAUER REDEN „Perspektiven Deutsch-Polnischer Nachbarschaft in einem fragilen Europa und das Erbe der weitgehend friedlichen (nationalen) Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989/90“

Datum: 19.10.17
Zeit: 19:00

Ort: Johanniskirche Zittau, Johannisplatz 1, Zittau
Eintritt: frei


Am 19. Oktober 1989 versammelten sich mehr als 10.000 Oberlausitzer in drei Zittauer Kirchen, um das Neue Forum kennen zu lernen. Der 19.10.1989 wurde zur bis dahin größten Demonstration politischen Veränderungswillens in der Oberlausitz seit dem 17. Juni 1953. Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Oberlausitz versammelten sich in Zittau, um die Anliegen des Neuen Forum zu unterstützen. Zeitgleich fanden auch in Osteuropa politische Umbrüche ihren Höhepunkt.

Der Historiker und Theologe Dr. Robert Żurek, Leiter der Europäischen Stiftung Kreisau, beleuchtet vor diesem Hintergrund Perspektiven Deutsch-Polnischer Nachbarschaft in einem fragilen Europa und das Erbe der weitgehend friedlichen (nationalen) Revolutionen in Ostmitteleuropa 1989/90.


Die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur konzentriert sich vorwiegend auf die großen Städte wie Leipzig, Dresden oder Berlin. Opposition und Widerstand fand allerdings auch auf den Zittauer Straßen seinen Ausdruck. Dabei handelt es sich um Auseinandersetzungen, die sich unterschiedlich vollzogen haben und deren langfristige Auswirkungen sich auch in der deutschen und in der polnischen Gesellschaft sowie ihrem gegenseitigen Verhältnis zeigen. Während Europa unter dem Druck steht, gemeinsame Antworten auf die Anforderungen der Globalisierung zu finden, finden gleichzeitig unter den Mitgliedsstaaten von vielen nicht mehr nachvollziehbare politische Auseinandersetzungen um die Zukunft der EU statt.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet Dr. Robert Żurek unterschiedliche Perspektiven der deutsch-polnischen Nachbarschaft aus der bilateralen bzw. euroregionalen Perspektive.


Dr. Robert Żurek studierte Geschichte und katholische Theologie und promovierte im Fach Geschichte. In den Jahren 2003-2006 war er Forschungsstipendiat des Deutschen Historischen Instituts Warschau, in den Jahren 2006-2012 war er zuerst wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann stellvertretender Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Zwischen 2013 und 2016 leitete er die Breslauer Abteilung des Instituts für Nationales Gedenken. Robert Żurek veröffentlichte zwei Monographien, zwei Interviewbände sowie zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Pressebeiträge. Sein wissenschaftliches Interesse gilt vor allem den deutsch-polnischen Beziehungen im 20 Jahrhundert. Daneben ist er Autor bzw. Mitautor eines Dokumentarfilms, einiger Radiofeatures und zweier Ausstellungen. Seit dem 01.09.2016 ist er Vorstandsmitglied der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung und Leiter der Europäischen Akademie Kreisau.

VORTRAG „Räume und Grenzen – Ideen und Identitäten. Gibt es eine gemeinsame Geschichte Europas?“

Datum: 25.10.17
Zeit: 19:00

Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei


Referent:
Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll
(Professor für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jh. der Technischen Universität Chemnitz)

Anmeldung:
Die Teilnahme am Vortrag ist kostenfrei

Information:
Dieser Vortrag ist die Essenz eines längeren Aufsatzes, mit dem Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll den Auftakt einer kleinen Schriftenreihe gibt, die die Akademie Herrnhut (AH) nun jedes Jahr als eine „geistige Lieferung“ in einem auch besonderen Format herausgeben wird.

TAGUNG „Weltwende 1917 – Russland, Europa und die bolschewistische Revolution“

Datum: 16.11.17-18.11.17

Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut


Die Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens (DGEPD), die Technische Universität Chemnitz und die Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung laden vom 16. bis 18. November 2017 im Tagungshaus Komesky (Herrnhut) zur Tagung „Weltwende 1917 – Russland, Europa und die Bolschewistische Revolution“ ein.

Die russische Doppelrevolution von 1917 markiert ein weltgeschichtliches Ereignis von epochaler Bedeutung. Sie hat nicht nur das alte Russland aus den Angeln gehoben und vernichtet, sondern auch die historische Entwicklung Europas im 20. Jahrhundert entscheidend mitbestimmt. Ihren Anfang nahm sie vor 100 Jahren, mit den Arbeiterprotesten in Petrograd und der daraus resultierenden Februarrevolution. Diese Revolution schien das Zarenreich – seit 1906 eine konstitutionelle Monarchie – in eine demokratisch-pluralistische Republik zu verwandeln. Im Oktober 1917 rissen jedoch die Bolschewiki durch einen von den kriegsmüden Massen mitgetragenen Putsch die Macht an sich und beendeten damit diese vielversprechende Entwicklung. Sie verwandelten das „neue Russland“ immer mehr in einen diktatorischen Einparteienstaat und entfernten sich damit von allen bisher bekannten Formen politischer Partizipation und demokratisch-parlamentarischer Repräsentation.

Im Jubiläumsjahr 2017 werden zahlreiche Memorialveranstaltungen diesem Ereignis gewidmet sein. Das Besondere der Herrnhuter Tagung ist, das im Mittelpunkt freilich nicht die vielfach geschilderten und allseits bekannten konkreten Ereignisse stehen. Die Tagungsintention richtet sich vielmehr auf die Erhellung und Durchdringung der ideologischen Komponenten des Revolutionsgeschehens einschließlich ihrer russischen und europäischen Vorbilder, beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Ideologie und Gewalt und beschreibt die Folgewirkungen der über 70-jährigen Herrschaft des Bolschewismus für die politische Kultur des heutigen Russlands.


Die Tagung gliedert sich in vier Hauptabschnitte, die von einem Eröffnungsvortrag und einem Abendvortrag umrahmt werden.

Ein erster Tagungsblock behandelt die ideologischen Grundlegungen, Vorläufer und Ideengeber der russischen Revolution. Das Wechselverhältnis von europäischem Aufklärungsdenken und russischer Philosophietradition steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie der Vorbildcharakter, den die Französische Revolution von 1789, hier insbesondere die Jakobinerherrschaft ab 1792, für die bereits von Lenin (und nicht erst von Stalin) ausdrücklich gebilligte Methode radikaler Gewaltanwendung gegenüber allen politischen Gegnern besessen hat. Auch die dabei zum Tragen kommenden Einwirkungen slawophiler Ideensprengsel sowie die Formwandlungen des westlichen Marxismus im präbolschewistischen und bolschewistischen Denken werden in eigenen Vorträgen thematisiert.

Der zweite Tagungsblock widmet sich der Dialektik von Ideologie und Terror. Hier kommt erneut die Rolle der Gewalt als zentrales Mittel und beherrschende Methode der Bolschewiki zur Sprache. Theoretisch wird dies am Beispiel der leninschen Philosophie vorgeführt, praktisch am Beispiel des „Terrors“ in der Frühphase der bolschewistischen Herrschaftssicherung präsentiert. Frühen westlichen Deutungen des Bolschewismus – positiven wie negativen Stimmen, vor allem aus Deutschland, gleichermaßen – aber auch dem bolschewistischen Anspruch, dem eigenen Weg universale Gültigkeit zu verschaffen, wird in Spezialvorträgen nachgegangen.

Ein dritter Themenblock richtet den Blick auf die Nachwirkungen der über 70-jährigen bolschewistischen Herrschaft im heutigen Russland. Das Erkenntnisinteresse gilt hier, zum einen, der Verknüpfung von „russischer Idee“ (einer Gedankenfigur des 19. Jahrhunderts) und bolschewistischer Ideologie unter Lenin und Stalin; zum anderen der Einschätzung der bolschewistischen Terrorherrschaft in der post-sowjetischen Gesellschaft; schließlich der Bewertung des Verhältnisses von Russland zu Europa in der innerrussischen wie auch westlichen Debattenkultur seit den frühen 1990er Jahren.

Der vierte Tagungsblock geht auf ein Ergebnis umfangreicher Recherchen für die inhaltliche Konzeption dieser Tagung zurück. Es gab einen Kontakt zum Leiter der Evangelischen Akademie Sachsen Anhalt e.V., Herrn Friedrich Kramer, in Bezugnahme auf die von seiner Akademie vom 04. bis 06. November 2016 in Wittenberg veranstalteten Tagung „Der Roter Terror und die Kirchen“. Unserer gemeinsamen Überzeugung nach fand mit dieser Tagung schon eine gelungene Auseinandersetzung mit einem wichtigen Teilaspekt auch unseres Hauptthemas statt. Allerdings war bei dieser Tagung eine Dokumentation nicht vorgesehen gewesen. So hielten wir es für eine sinnvolle Idee, die wesentlichen Tagungsergebnisse, in Form von Übersetzungen, vierer, im russischen Typoskript vorliegender Referate, auch unserer Tagung beizusteuern. Für einen weiteren Mehrwert halten wir, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, die Referate in unserem geplanten Tagungsband mit zu veröffentlichen.


Das Tagungsprogramm finden Sie hier: Tagungsprogramm


Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Um Anmeldung bis 1.11.17 wird gebeten unter

Gäste- und Tagungshaus Komensky
Comeniusstraße 8
02747 Herrnhut
www.komensky.de

Telefon +49 (0) 35873 338-40
Telefax +49 (0) 35873 338-59
E-Mail info@komensky.de


Kooperationspartner: Technische Universität Chemnitz, Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens, Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung, Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.,

Förderer: Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Konrad-Adenauer-Stiftung, Landkreis Görlitz

VORTRAG „Chronisten des stalinischen Gulags: Warlam Scharlamow und Alexander Solschenizyn“

Datum: 30.08.2017
Zeit: 19:00
Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
Eintritt: frei

Der Vortrag „Chronisten des stalinistischen Gulags: Warlam Scharlamow und Alexander Solschenizyn“ legt einen besonderen Schwerpunkt auf die wirkmächtigsten Chronisten des Gulags, die ihre Zeugenschaft in umfänglicher Literatur hinterlassen haben und so das sowjetische Lagersystem als Inbegriff sowjetischer Herrschaft vermitteln. Bei Alexander Solschenizyn geht es im Wesentlichen um seinen „Archipel Gulag“, bei Warlam Scharlamow werden die Kalyma-Geschichten behandelt.

Der Vortrag ist eingebettet in eine deutschlandweite 10-teilige Projektreihe, die wichtige Aspekte der ca.70-jährigen totalitären Herrschaft von 1917 bis zum Ende der Sowjetunion sowohl in der Sowjetunion als auch in den Ostblockstaaten, denen nach dem Zweiten Weltkrieg die sowjetische Variante des Sozialismus oktroyiert wurde, beleuchtet .

Referent: Yuriy Prokhasko (Germanist, Literaturwissenschaftler am Institut für Literaturforschung der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, Lviv)
Moderation: Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist, seit 1968 als DDR-Oppositioneller engagiert; Badingen OT Klinke)
Hauptkooperationspartner: Bundeszentrale für politische Bildung, Wolfram Tschiche
Lokaler Kooperationspartner: Umweltbibliothek Großhennersdorf, Akademie Herrnhut
Förderer: Bundeszentrale für politische Bildung

SEMINAR: „Hannah Arendts Kritik der totalitären Herrschaft und ihr Versuch der Wiedergewinnung des Politischen“

Datum: 12.05.17 – 13.05.2017

Zeit: 10.00 Uhr

Ort: Komensky Gäste- und Tagungsstätte, Commeniusstraße 8 – 10, 02747 Hernhut

 

Hannah Arendts (1906 – 1975) Denken und Werk sperren sich gegen vorschnelle Zuordnungen. Als Jüdin, Flüchtling und Philosophin stand sie zwischen den Kulturen und politischen Fronten. Ihr Leben war geprägt von der Erfahrung der Verfolgung, des Holocaust und des Exils in den USA. Zeitlebens wehrte sie sich gegen die Versuchung geschlossener Systeme und hat dennoch einen weitgehend eigenständigen philosophischen Entwurf hinterlassen.

Ihr Interesse galt einer Neubestimmung des Politischen mit dem Ziel, jene politischen und kulturellen Bedingungen zu ermitteln, welche die Freiheit der Minderheiten und der Andersdenkenden sichern. Arendts Betonung von Pluralität, Kommunikation und gegenseitiger Verantwortlichkeit erwächst aus dieser leidenschaftlichen Suche nach den Möglichkeiten humanen politischen Handelns. Das Politische ist die geschichtliche Durchbruchstelle, in der freies Handeln als Ereignis sichtbar wird.

In diesem Kontext hat die Philosophin eine Analyse des Nationalsozialismus und des Stalinismus vollzogen und beide Systeme mit dem Begriff „totale Herrschaft“ charakterisiert. Beide Varianten des Totalitarismus stehen für Freiheitsvernichtung, und damit wird in der Perspektive Arendts die Autonomie des Politischen liquidiert.

Ihre analytischen Bemühungen hatten großen Einfluss auf die Ausgestaltung der sog. Totalitarismustheorie vor allem seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Streit um die Gültigkeit dieser Theorie – samt ihrer politischen Implikationen – ist bis zum heutigen Tage nicht abgeebbt.

Somit soll u.a. während des Seminars einerseits Arendts Kritik der totalitären Herrschaft und andererseits die Bedeutungsfelder vom tätigen Leben und damit auch ihr Konzept von der Autonomie der Politik behandelt und diskutiert werden.

Es sind unterschiedliche Methoden und Medien vorgesehen (u.a. Textarbeit, Dokumentarfilm, Powerpoint).

 

Referent/in:

  • Blanka Mouralova (Politologin, Mitarbeiterin am Institut für Totalitarismusforschung Prag, Publizistin; Prag);
  • Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Badingen OT Klinke)

 

Seminarleitung:

Wolfram Tschiche

 

Veranstaltungsträger und Kooperationspartner:

Eine Veranstaltung der Umweltbibliothek Großhennersdorf in Kooperation mit der Akademie Herrnhut

AUSSTELLUNG, VERNISSAGE, TAGUNG, PUBLIKATIONEN: Denken im Zwiespalt – Zum 200. Geburtstag des Philosophen Hermann Lotze

Datum: 19.05.17 – 24.09.17

Ort: Stadtmuseum Bautzen, Kornmarkt 1, 02625 Bautzen

Aus Anlass des 200. Geburtstages des in Bautzen geborenen Philosophen Hermann Lotze zeigt das Museum Bautzen vom 19. Mai bis zum 24. September 2017 eine Sonderausstellung mit dem Titel „Denken im Zwiespalt – zum 200. Geburtstag des Philosophen Rudolph Hermann Lotze“.

Heute in Deutschland fast vergessen, galt Lotze noch bis in die 1920er Jahre als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen des 19. Jahrhunderts. Mit seiner Arbeit traf er eines der tiefsten Bedürfnisse seiner Zeit, nämlich eine Synthese herzustellen zwischen dem Idealismus, wie er durch Kant und seine Nachfolger in Deutschland wirkte, und den mechanistischen Ansichten der sich rasant entwickelnden Naturwissenschaften.

Als Mediziner selbst in den Naturwissenschaften ausgebildet, andererseits auch der Kunst und Religion von Jugend an zugetan, versuchte er, „die Ansichten des Materialismus zu reproduzieren, ohne seine Prinzipien zu teilen.“ (MP §149) In seinem Hauptwerk „Mikrokosmus“ erhoffte Lotze den Nachweis dafür zu erbringen, „wie ausnahmslos universell die Ausdehnung und wie völlig untergeordnet die Bedeutung der Sendung ist, welche der Mechanismus in dem Baue der Welt zu erfüllen hat.“ (MK I, Vorwort)

Wie der Titel „Mikrokosmus“ schon zeigt, galt Hermann Lotzes Hauptinteresse dabei immer der Frage nach dem Menschen. Als erster führte er den Begriff des Wertes in den Bereich der Philosophie ein. Er wurde zum wichtigen Anreger für Denker des beginnenden 20. Jahrhunderts, für die Phänomenologie, den Neukantianismus und den Pragmatismus. In Amerika gilt er noch heute als einer der wichtigsten deutschen Philosophen.

Die Ausstellung: Bücher, Briefe, Dokumente, Fotos etc. zu Lotzes Biografie nehmen nur den kleineren Teil der etwa 250 m² Ausstellungsfläche ein. Der weitaus größere Teil beschäftigt sich anhand von anschaulichen und zum Teil interaktiven Modellen sowie einigen nachvollziehbaren Experimenten mit dem philosophischen Inhalt seines breitgefächerten Werkes: Metaphysik, Naturphilosophie und -geschichte, Physiologie, Psychologie, Ethik, Geschichte, Religionsphilosophie, Logik und Ästhetik.

Die wissenschaftliche Tagung findet am 20. und 21. Mai im Museum Bautzen statt. Sie wird nicht nur die Themen der Ausstellung, der zeitgleich im Museum Bautzen z sehen ist, wissenschaftlich vertiefen, sondern auch weitere Aspekte seines Denkens in den Mittelpunkt rücken. Die Wirkungsgeschichte Lotzes in Europa und den USA wird von hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland beleuchtet und der Frage nach seiner Bedeutung für die Gegenwart nachgegangen. Es wird um eine vorherige Anmeldung per Telefon oder Mail gebeten.

Publikationen: In einer dreiteiligen Reihe erscheinen ein reich bebilderter Ausstellungskatalog (1), ein Transkriptionsband mit Mitschriften von Lotze-Vorlesungen zur Religionsphilosophie und Psychologie sowie einigen Briefen (2) und im Anschluss an die Tagung ein Tagungsband mit den gesammelten Vorträgen (3).

 

Infos zur Tagung: Tagungsflyer

Mehr: http://www.bautzen.de/museum-bautzen.asp?iid=1341&mid=341&uid=0

 

 

Seminar: Wie man das Überleben überlebt – Der Holocaust in der Perspektive des ungarischen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertesz

Zum Inhalt:

Imre Kertesz, der im März 2016  gestorben ist, wurde 1929 in Budapest geboren und 1944 als jüdischer Jugendlicher nach Auschwitz deportiert, schließlich 1945 in Buchenwald befreit. Seit 1953 lebte er in Budapest als freier Schriftsteller. Jahrelang wurde Kertesz in seiner Heimat todgeschwiegen, nicht nur weil dem kommunistischen Regime kritisch gegenüberstand, sondern auch weil sein literarisches Schaffen der offiziellen Ästhetik
widersprach.

Somit wurde sein Auschwitz- Buch „Roman eines Schicksalslosen“ durch die ungarische Zensurbehörde zweieinhalb Jahre am Erscheinen gehindert. Dazu bemerkt  der Autor: „Ein Buch, das die Befreiung aus dem Lager nicht als Befreiung beschrieb, konnten sie nicht ertragen.“
Gegen seine pessimistische Erwartung, dass nie ein Schriftsteller ungarischer Sprache mit dem höchsten Literaturpreis der Welt ausgezeichnet werden könnte, erhielt Kertesz im Jahr 2002 „für sein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Geschichte behauptet“, den Nobelpreis für Literatur.

Dieses Seminar verfolgt nicht nur die Absicht, das literarische Werk Imre Kertesz’ vorzustellen, sondern unter Zuhilfenahme seines Werkers die Gründe für das Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts mit dem Namen „Auschwitz“ zu analysieren und zu diskutieren.
Dabei werden wir u.a. bestimmten Schlüsselbegriffen von Kertesz nachgehen, wie z. B. „Auschwitz“, „Holocaust“, „Antisemitismus“, „Totalität/ Totalitarismus“, „Schicksal/ Schicksallosigkeit“, „Zeugnis geben“, „atonales Schreiben“.

Schwerpunkte des Seminars:

  • Leben und Werk Imre Kertesz‘
  • Zum Begriff „Holocaust“
  • Kertesz‘ „Auschwitz- Mythos“
  • die Besonderheit von Kertesz‘ Antisemitismus-
    Interpretation
  • Totalitarismus und Schicksal im Sinne Kertesz
  • Imre Kertesz über das Schreiben

Es kommen unterschiedliche Methoden und Medien zum Einsatz.

Termin: 28.01.2017; 09:30-17:00 Uhr

Ort: 

KOMENSKÝ, Gäste- und Tagungshaus,
Comeniusstraße 8+10,
02747 Herrnhut

Veranstalter:

Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V. und Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.

Referenten:

Dr. Radka Denemarkova (Schriftstellerin, Übersetzerin, Germanistin; Prag);

Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph; in der DDR- Opposition engagiert; Badingen OT Klinke)

Bitte melden Sie sich/ meldet Euch spätestens bis zum 15.01.17 im Komensky Gäste- und Tagungshaus an. (Tel.: 035873 338-40, E-Mail: info@komensky.de)

Weitere Details entnehmen Sie bitte der Einladung.

Wir freuen uns Sie als Teilnehmer begrüßen zu dürfen!

Seminar: „Die Dialogphilosophie des polnischen Priesters und Philosophen Jozef Tischner“

Datum: 24.und 25.06 .2016

Leiter: Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph)

Ort & Anmeldung: Tagungshaus der Brüder-Unität, Comeniusstraße 8, 02747 Herrnhut,Telefon: (035873) 33840 oder Mail: mail@umweltbibliothek.org

Zum Inhalt:

Tischner war einer der wichtigsten polnischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts; und dennoch ist sein philosophisches Werk in Westeuropa kaum bekannt. In deutscher Sprache sind bisher vier Bücher veröffentlicht, so z.B. die beiden Teile seines philosophischen Hauptwerkes „Das menschliche Drama“ (1989) und „Der Streit um die Existenz des Menschen“ (1998). In diesen Büchern entwickelte Tischner die Grundzüge seiner Dialogphilosophie u.a. auch als Reaktion auf die Zerstörung der Menschlichkeit durch die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts.

Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei!

Eine Kooperation zwischen dem Sächsischen Landebeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und der Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V.

Bitte entnehmen Sie weitere Details der Einladung Jozef Tischner

Wir freuen uns auf Sie!

Seminar: „Freiheit und Verantwortung im Denken des tschechischen Philosophen Jan Patočka“

Zu Jan Patočka:

Das Leben des bedeutenden tschechischen Philosophen Jan Patočka (1907 – 1977) umfasst die Schrecken des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1907 geboren, erlebte er den Ersten und Zweiten Weltkrieg und weitere 30 Jahre kommunistische Vormundschaft bis zu seinem Tode im Jahr 1977. Sein Schicksal steht beispielhaft für viele Intellektuelle, deren Leben und Arbeiten von einem totalitären Regime eingeschränkt und unterdrückt wurde. Das Außergewöhnliche im Leben Patockas bestand darin, dass er es wagte, aus dem Schatten der Geschichte herauszutreten und die Verantwortung für den Lauf des Geschehens selbst zu übernehmen.

Das philosophische Denken Patočkas ist von der Phänomenolgie Husserls und der Philosophie Heideggers beeinflusst worden. Von beiden wurde er unterrichtet. Seine universitäre Laufbahn als Philosophieprofessor wurde mehrfach durch die jeweilige politische Macht unter­brochen: Während der Nazi-Okkupation der Tschechoslowakei und der kommunistischen Diktatur wurde ihm bis auf die Jahre 1948 – 1950 und nach dem „Prager Frühling“ 1968 – 1972 jegliche Tätigkeit an der Universität verboten. Patočka arbeitete als Übersetzer am Masaryk-Institut, am pädagogischen Instituts der Akademie der Wissenschaften und am philosophischen Institut. Daneben hielt er Vorträge in Privatwohnungen, in den 1960ziger Jahren auch als Gastdozent in Deutschland und Frankreich. 1968 berief man Patočka zum Professor an der Karls-Universität in Prag; aber schon 1972 wurde er zwangspensioniert.

Der Name Patocka ist auch eng mit der Comenius-Forschung verbunden. In origineller Weise gelingt es dem Philosophen, die Vielgestaltigkeit des 17. Jahrhunderts darzustellen. Aktualität gewinnen seine Analysen dadurch, dass er uns diese Zeit als den Beginn der Entwicklung moderner Rationalität vor Augen führt, die von ihren Anfängen an Alternativen zu einer bloß instrumentellen Vernunft bereithielt. Comenius wird für Patocka zu einem exemplarischen Denker, der die heterogenen
Impulse seiner Zeit zu einem Einheitskonzept, der Pansophie, vereinigen wollte.

Das dritte Verbot seiner Lehrtätigkeit, im Jahr 1972, war der Beginn seines aktiven Engagements für die politische Opposition, die ihn schließlich zum gedanklichen Vorreiter und einer der ersten Sprecher der Dissidentenbewegung Charta 77 machte. Patočka stirbt nach mehreren Verhören durch die Staatspolizei an einem Gehirnschlag. An seinem Begräbnis nahmen trotz Überwachung und Kontrolle durch die Staatssicherheit über 1000 Trauernde teil.

Schwerpunkte des Seminars:

  • Leben und Werk Jan Patockas;
  • Philosophische Traditionen im Denken Patockas:  Husserl (Phänomenologie) und Heidegger;
  • Freiheit und Verantwortung- Freiheit und Verantwortung als philosophische Hauptthemen Patockas;
  • Existenz und Geschichte- Die zerbrochene Harmonie;
  • Patockas politisches Engagement im Rahmen der „Charta 77“;
  • Patockas Forderung nach einer moralischen Politik;
  • Patockas Comenius-Interpretation

Es kommen unterschiedliche Methoden und Medien zum Einsatz.

Termin:   04.11.-05.11.2016
Freitag:   18.00 – 21.00 Uhr
Samstag: 09.30 – 17.00 Uhr

Ort: 

KOMENSKÝ, Gäste- und Tagungshaus,
Comeniusstraße 8+10,
02747 Herrnhut

Veranstalter:

Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V. und Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.

Referenten:

Jan Sicha (Historiker, Botschaftsrat, Stadtplaner, Publizist, ehem. Prager Studentenführer 1989; Prag)

Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph; in der DDR- Opposition engagiert; Badingen OT Klinke)

 

Bitte melden Sie sich/ meldet Euch spätestens bis zum 28.10.16 unter folgender Emailadresse an:
w.tschiche@t-online.de
Tel.: 039325/ 22359

Wegen der Übernachtungs- und Verpflegungskosten wenden Sie sich/ wendet Euch bitte an Herrn Przyluski (Tagungshaus s.o.).

Wir freuen uns Sie als Teilnehmer begrüßen zu dürfen!

Tagung: „Wirkung der Reformation“

Termin: 11.-12.11.2016

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8, 02747 Herrnhut

Veranstalter: Umweltbibliothek Großhennersdorf e. V. in Kooperation mit der Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e. V.

Inhalt:

Die Referate der Tagung zeigen die Wirkung der Reformation in ihrer geschichtlichen, politischen, theologischen, ethischen, pädagogischen und wirtschaftlichen Dimension auf. So wird u. a. der bedeutendste Pädagoge des 17. Jahrhunderts in unserer Kultur, Jan Amos Comenius, der Begründers der Didaktik, in seiner prägenden Wirkung auf die Entwicklung zu unserem heutigen Verständnis von Schulwesen vorgestellt.

Programm:

Freitag, 11. 11. 2016

14 :00 Uhr     Ankunft

14.30 Uhr     Begrüßung und Einführung durch den Vorsitzenden der  Akademie: Professor Dr. Albert Löhr

15: 00 Uhr    Karlstadt und Müntzer – Luthers „schwärmerische“ Gegner“: Dr. Volkmar Joestel (Wittenberg)

16: 00 Uhr    Reformation im Spannungsfeld zwischen Revolution und Utopie: Wolfram Tschiche (Klinke)

17: 30 Uhr     Frömmigkeit im Übergang vom Spätmittelalter zur Reformation: Professor Dr. Armin Kohnle (Leipzig)

19: 00 Uhr       Abendessen

20: 00 Uhr    Martin Luther und die Juden: Professor Dr. Dorothea Wendebourg (Berlin)

21: 30 Uhr       Gemütliches Beisammensein

 

Sonnabend 12. 11. 2016

9: 00 Uhr     Luthers Nachbarn, Luthers Gegner: altgläubige Kontroverstheologen: Professor Dr. Bernward Schmidt (Aachen)

10: 30 Uhr     Kaffee

11: 00 Uhr    Johann Amos Comenius zwischen der kleinen und der großen Unität – Schritte zur Vollendung der Reformation: Pfarrer Karl-Eugen Langerfeld (Niesky)

12: 30 Uhr     Mittagessen

13: 30 Uhr    Reformation und ihre Impulse für die Ökonomie: Professor Dr. Hans Frambach (Wuppertal)

15: 00 Uhr    Die Reformation und ihr Verhältnis zur Ostkirche: PD Dr. Reinhard Flogaus (Berlin)

16: 30 Uhr     Kaffee

17: 00 Uhr    Die Reformationsjubiläen in der Oberlausitz: Pfarrer Alexander Wieckowski (Großhennersdorf)

18: 15 Uhr     Abendessen

19: 30 Uhr    Die Reformation und ihre Wirkungen in der Gegenwart: Professor Dr. Dr. Johannes Schilling (Kiel)

21 Uhr           Ende der Tagung

 

Anmeldungen richten Sie bitte an das Gäste- und Tagungshaus Komensky in Herrnhut.

Wir freuen uns Sie zur Tagung begrüßen zu können!

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Seminar zu Leszek Kołakowski

Thema des Seminars:

Leszek Kołakowskis Entwicklung vom marxistischen Philosophen zum christlichen Mystiker.

Termin:  

04. und 05. 12. 2015

  • 04.12.: 18.00 – 21.30 Uhr
  • 05.12.: 09.30 – 16.30 Uhr

Den Flyer finden Sie  hier.

Ort:

KOMENSKÝ – Gäste- und Tagungshaus Herrnhut

Comeniusstraße 8+10

02747 Herrnhut

 

Veranstalter:

Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V. in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Verantwortlich für Inhalt und Organisation ist die Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung e.V.

 

Seminarleitung:

Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph; Badingen OT Klinke)

Jan Sicha (Historiker, Publizist, Botschaftsrat; Prag)

 

Wir freuen uns Sie als Teilnehmer begrüßen zu dürfen!

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Jahrestagung der Akademie Herrnhut 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

Thema der Tagung:

Lukas von Prag – der vergessene Reformator
Die böhmische Reformation und ihre Beziehung zu Deutschland

 

Termin:

19.-21.11.2015

 

Ort:

KOMENSKÝ Gäste- und Tagungshaus
Comeniusstraße 8
02747 Herrnhut
Deutschland
Veranstalter:
Akademie Herrnhut

Leitung:

Dr. Dietrich Meyer

 

Inhalt:

Lukas von Prag (1460-1528) gilt als der zweite Begründer der Alten Brüder-Unität und hat

durch zahlreiche Schriften ihr theologisches Fundament gelegt. 1522 nahm er Kontakt mit

Luther auf und beschäftigte sich mit den theologischen Grundfragen der deutschen

Reformation. Seit 1525 setzte er sich mit Gedanken der Schweizer Reformatoren um

Huldreich Zwingli auseinander. In dieser Spannung zur reformatorischen Bewegung in

Deutschland und Westeuropa traf er eigene grundlegende Entscheidungen, die die

theologische Prägung der Alten Brüder-Unität ausmachen. Lukas von Prag ist heute

weitgehend vergessen, darum soll seine vielfältige Tätigkeit, seine theologische Herkunft

und Wirkung aus heutiger Sicht genauer untersucht werden.

 

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen!!

Um Anmeldung wird gebeten unter: info@akademie-herrnhut.de oder meyerht@t-online.de

(Um einen Tagungsbeitrag von 20 Euro wird gebeten)

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